Nachhaltigkeit im Fokus

Unsere Stadt ist ein pulsierendes Zentrum für innovative Ideen und Initiativen, die darauf abzielen, Umweltbewusstsein in den Alltag zu integrieren und die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Auf dieser Website präsentieren wir Ihnen laufende und zukünftigen Projekte, die unterschiedliche Bereiche wie erneuerbare Energien, umweltfreundliche Mobilität und Ressourcenschutz abdecken. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie, wie auch Sie Teil dieser Bewegung werden können, um gemeinsam mit uns eine grünere und lebendigere Stadt zu gestalten.

Jede Maßnahme, sei es groß oder klein, zählt. Mit Ihrem Engagement können wir gemeinsam die Herausforderungen des Klimawandels annehmen und nachhaltige Lösungen für kommende Generationen schaffen. Erfahren Sie mehr über unsere Projekte und wie Sie aktiv mitwirken können!

Biotopvernetzung in der Verwaltungsgemeinschaft Öhringen–Pfedelbach–Zweiflingen: Ein starkes Jahr für die Artenvielfalt

Die Verwaltungsgemeinschaft Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen verfolgt ein flächendeckendes Biotopvernetzungskonzept, das die Kulturlandschaft bereichert und Lebensräume nachhaltig sichert. Gemeinsam mit der Landwirtschaft werden wertvolle Flächen erhalten, optimiert und zu größeren Biotopkomplexen verbunden – ein echter Gewinn für Natur und Artenvielfalt.

Bereits seit 2007 arbeitet die Stadt Öhringen an der Biotopvernetzung und seit 2009 werden die Maßnahmen aktiv umgesetzt. Auch im Jahr 2025 leiten sich zahlreiche Ökokonto-Maßnahmen direkt aus diesem Konzept ab. Die Ergebnisse sprechen für sich:

  • 17 Landwirte engagieren sich auf insgesamt 30 ha Blühstreifen und Blühflächen
  • 9 Landwirte legten 415 Lerchenfenster an
  • 195 neue Streuobstbäume wurden gepflanzt und 148 alte Bäume gepflegt

Warum sind Blühstreifen so wertvoll?

Blühstreifen bieten Insekten vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung und Rückzugsräume, fördern Bestäuber, stabilisieren Ökosysteme und verschönern die Landschaft. In der Landwirtschaft dienen sie zudem als natürliches Nützlingsreservoir, das Schädlinge auf natürliche Weise reduziert.

Welche Bedeutung haben Lerchenfenster?

Lerchenfenster sind kleine, ausgesparte Flächen in Getreidefeldern, die speziell für die Feldlerche geschaffen werden. Sie ermöglichen den Vögeln ungehinderten Zugang zum Boden, der für ihre Brut entscheidend ist. Durch diese einfachen Maßnahmen können Feldvogelbestände nachhaltig unterstützt werden – ein wichtiger Beitrag zum Schutz gefährdeter Arten.

Streuobstbäume für Vielfalt und Struktur

Ein weiterer Baustein ist die jährliche Streuobstaktion der Verwaltungsgemeinschaft. Seit zwölf Jahren entstehen so artenreiche Lebensräume: Über 7.000 gepflanzte Streuobstbäume haben rund 700.000 m² vielfältige Naturflächen entstehen lassen.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Dieser Erfolg ist nur möglich durch die starke Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Agenda21-Gruppe Siedlung & Landwirtschaft, die sich seit 27 Jahren ehrenamtlich engagiert und Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgerschaft an einen Tisch bringt.

Gemeinsam entsteht so ein Netzwerk, das die ökologische Vielfalt unserer Region langfristig stärkt.

Auch mit dem Thema Lichtverschmutzung beschäftigt sich die Stadt Öhringen. Seit 2022 werden die Straßenlaternen – mit Ausnahme der Beleuchtung an Zebrastreifen, im Innenstadtbereich und an Zufahrtsstraßen – nachts von 1 bis 5 Uhr ausgeschaltet. Damit wird nicht nur Energie eingespart, sondern auch der großflächigen Aufhellung des Nachthimmels entgegengewirkt.

Bei der Planung wurden die Sicherheitsaspekte ausdrücklich berücksichtigt: Alle sicherheitsrelevanten Bereiche bleiben weiterhin beleuchtet, sodass die Orientierung und Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt. Durchgängig beleuchtet sind folgende Gebiete: Innenstadt, Altstadt, Hofgarten, Bahnhof, Parkhaus Alte Turnhalle, Herrenwiese, Kuhallmand, Ö-Center-Areal, Benntenstock, Siechhauswiesen.

Seit vielen Jahren setzt Öhringen auf voll abgeschirmte Leuchtkörper, die das Licht gezielt nach unten auf die Nutzfläche lenken und Streulicht wirksam verringern. Inzwischen sind rund 3.300 Straßenlaternen – etwa 66 Prozent des Bestands – mit dieser Technik ausgerüstet. Weitere Umrüstungen sollen schrittweise erfolgen.

Warum sind solche Maßnahmen überhaupt wichtig?

Lichtverschmutzung bedeutet, dass künstliche Beleuchtung die natürliche Dunkelheit der Nacht überstrahlt. Das hat vielfältige Folgen:

  • Tiere und Insekten verlieren durch übermäßiges Licht ihre Orientierung – Zugvögel, Fledermäuse oder Nachtfalter werden in ihrem natürlichen Verhalten gestört.
  • Auch Pflanzen können durch Dauerbeleuchtung aus dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus geraten.
  • Für uns Menschen bedeutet zu viel Licht oft weniger Schlafqualität und ein gestörtes Wohlbefinden – zudem geht der Blick auf den klaren Sternenhimmel verloren.

Was Sie beitragen können?

Jede und jeder kann helfen, den Nachthimmel wieder dunkler und natürlicher zu machen – und dabei gleichzeitig Energie zu sparen:

  • Licht bewusst einsetzen: Außenbeleuchtung nur einschalten, wenn sie wirklich gebraucht wird.
  • Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder nutzen, um die Beleuchtungsdauer zu begrenzen.
  • Licht nach unten lenken: Leuchten so ausrichten, dass sie gezielt beleuchten und nicht in den Himmel strahlen.
  • Warmweißes, blendfreies Licht verwenden – das schont Insekten und wirkt angenehmer auf das menschliche Auge.

Insgesamt circa 5.000 Straßenlaternen beleuchten Öhringen und seine Teilorte. Ein Schritt auf dem Weg Öhringen energieeffizienter auszustatten, ist die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED.

Dabei ist die Stadt schon ziemlich weit: Bereits 4268 Lampen, also 83 % sind auf LED umgestellt. Bis auf Untersöllbach sind alle Teilorte schon mit 100 % LED-Beleuchtung ausgestattet (Stand Nov. 2025).

Unser Elektriker Dieter Stirn erklärt, die Stadt verfolge das Ziel, kontinuierlich auf effizientere Leuchtmittel umzurüsten. Eine vollständige Umstellung – dort, wo es technisch möglich ist – wird angestrebt.

Das macht Öhringen energieeffizienter, somit zukunftsfähiger und führt außerdem zu einer deutlichen Kostenersparnis.

So konnte der Stromverbrauch in den letzten 20 Jahren fast um die Hälfte reduziert werden, obwohl in dieser Zeit durch Neubaugebiete zusätzliche Straßenlaternen hinzugekommen sind.

In Zahlen bedeutet das: 2005 lag der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung bei 1.428.491 kWh, 2024 nur noch bei 762.845 kWh.

Im Finanzhaushalt der Stadt werden für das Thema jährlich 80.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Auf der Karte sind Öhringen und seine Teilorte zu sehen. Blaue Punkte markieren noch nicht umgestellte Straßenbeleuchtung, orange Punkte markieren LED-Leuchten.

Ziel ist es, die Karte nach und nach vollständig orange zu färben.