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Alles da. Ganz nah.

Lebendige Stadtgeschichte

Mit über 25.000 Einwohnern ist das Mittelzentrum Öhringen heute beliebter Wohn-, Einkaufs-, Wirtschafts- und Bildungsstandort im Hohenloher Land.

Stadtgeschichte kompakt

Auch bei Regen ist er pflichtbewusst und wässert seine Pflanzen mit der Gießkanne. Liebenswürdig und einfältig ist er und ein echter Öhringer: unser Hamballe.

Nicht nur eine satirische Fastnachtszeitung wurde nach ihm benannt. 1986 wurde dem Hamballe in Öhringen ein Denkmal gesetzt: Der Hamballe-Brunnen von Hermann Koziol steht in der Bahnhofstraße. Auch das traditionelle Bistro an der Stadtmauer trägt seinen Namen.

2026 würde Hermann Koziol, der Schöpfer der Brunnenfigur, seinen 100. Geburtstag feiern. 1958 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hohenloher Kunstvereins und wurde mit dem Hohenloher Kunstpreis ausgezeichnet. Er kam als Vertriebener aus Oberschlesien nach Hohenlohe.

Adlige, Kaiser-Mutter, Patronin, Stifterin, Glaubensschwester - Adelheid von Metz ist Gründerin des Chorherrenstifts in Öhringen.

1037: Erste urkundliche Erwähnung Öhringens im sog. Stiftungsbrief. Vor knapp 1.000 Jahren gründete Gräfin Adelheid von Metz mit ihrem Sohn Gerhard Bischof von Regensburg den Chorherrenstift zur ehemaligen Pfarrkirche (heute Stiftskirche).

Ein Chorherrenstift war eine Gemeinschaft von Geistlichen in der Umgebung einer Kirche. Durch die Gründung eines Stifts wurde für deren Unterhalt durch Grundbesitz und Naturaleinnahmen (Zehnt) gesorgt. Die Geistlichen organisierten den Gottesdienst.

1024 wurde ihr Sohn Konrad II. zum deutschen König gewählt und 1027 zum Kaiser gekrönt.

Die sterblichen Überreste Adelheids (+ um 1046 in Öhringen) befinden sich in der Krypta der Stiftskirche.

Ein erster Schritt bei der Familienforschung ein Blick in ein Findbuch eines lokalen Archivs. Ein Findbuch ist ein Verzeichnis oder eine Liste, um die darin enthaltenen Dokumente, Materialien oder Ressourcen zu katalogisieren. Es hilft Nutzenden, bestimmte Informationen oder Materialen einfacher zu finden, z. B. indem dort festgehalten ist, welche Dokumente zu finden sind, aus welcher Zeit und eventuell auch welche Namen darin auftauchen.

kostenlose Beratungsnachmittage zeigen, welche Schätze in Familienbesitz schlummern – und wie viel Geschichte sich entfaltet, wenn man die richtigen Fragen stellt. Ein weiterer Termin dieser erfolgreichen Veranstaltung ist derzeit in Planung.

Egal ob Sie zu Ihrer Familiengeschichte forschen, historisches Interesse haben oder sich für Stadt-, Land- oder Firmengeschichte interessieren: Im Stadtarchiv Öhringen gibt es viel zu entdecken. Vorbeikommen lohnt sich!

Das Alte Rathaus wurde 1494 erbaut und 1504 nach einem Brand renoviert. Es war das zentrale Verwaltungsgebäude und Versammlungsort für die Bürgerinnen und Bürger. 1994 zog die Stadtbücherei ein und das Alte Rathaus ist heute ein kulturelles Zentrum unserer Stadt. Der Ratssaal im zweiten OG ist noch erhalten und stammt aus der Renaissance (um 1600).

Seit 2003 lädt der Heilkräutergarten zu einer Reise in die Welt der Pflanzenheilkunde ein. Ein lebendiges Kapitel traditioneller Heilkunst von Blase bis Leber.

Infotafeln erklären Anwendungen und Küchenkräuter. Der Garten liegt an der Stadtmauer zwischen KULTURa und Spitalkirche und ist frei zugänglich.

Ein Ort der Ruhe und alten Heilweisheiten in Erinnerung an Gräfin Magdalena von Hohenlohe, die sich vor 400 Jahren mit Kräuterheilkunde beschäftigte.

Ursprünglich (bis 1715) befand sich der Kräutergarten im Hofgarten am Schloss, dem Witwensitz der Gräfin.

2003 gab es einen mobilen Kräutergarten auf dem Marktplatz als “Außenstelle” des Heilkräutergartens.

Der Hafenmarkt war bis ins 16. Jahrhundert der einzige Marktplatz von Öhringen, weil damals der heutige Marktplatz noch Friedhof war. Wer einen “Hafen” sucht, fand im Mittelalter ein “Häfele”, was einfach nur Gefäß bedeutet. Ein Hinweis, dass es dort Töpferware zu kaufen gab.

Am 17. Mai 2003 wurde das “Brandenburger Tor” in Öhringen eröffnet, mit einer großen Party zu Ehren des größten Kunstobjekts in Deutschland. Die Nachbildung bestand aus einer großformatigen Fotoreproduktion. Verwendet wurden die Planen, die auch bei der Restaurierung des Originals verwendet wurden. Der Aufbau dauerte zwei Wochen. Die Daten sind beeindruckend: 30 Meter breit, 20 Meter hoch, 45 Tonnen schwer und rund 7.000 Einzelteile.

Anlass war die 750-Jahr-Feier. Das Brandenburger Tor gilt als Vorbild des Oberen Tors in der Karlsvorstadt, das ebenfalls im klassizistischen Stil erbaut wurde.

Die Hohenloher Scheune wurde für die Landesgartenschau 2016 erbaut. Hier war sie 171 Tage lang die Heimat der Brenner und Landfrauen. Seit 2017 wird die Hohenloher Scheune von regionalen Weingütern und der Weinkellerei Hohenlohe betrieben und ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Cappelaue. Von Mai bis Oktober ist die Scheune mittwochs bis sonntags geöffnet. Hier gibt es regionale Weine, Erfrischungen, Kaffee und Kuchen sowie kleine Speisen.

Alle Infos gibt es auf www.hohenloher-scheune.de

Er findet sich an diversen Brunnen in der Stadt, auf dem Boden, im Wasser, in Petrus' Hand an der Stiftskirche und tatsächlich handelt es sich bei unserem Stadtwappen um eine Weiterentwicklung des Petrus’schen Schlüssels.

Im Mai 1945 endeten mit der bedingungslosen Kapitulation die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs auf deutschem Boden. Was folgte, war nicht nur der mühsame Wiederaufbau von Stadt und Land, sondern auch die Auseinandersetzung mit dem Unfassbaren: der Verlust unzähliger Menschenleben durch Vertreibung, Deportation und Ermordung.

Das Projekt „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig setzt seit über 30 Jahren ein stilles, aber eindrückliches Zeichen gegen das Vergessen. Jeder Stein am ehemaligen Wohnhaus eines Opfers des Nationalsozialismus trägt dessen Namen und Lebensdaten - kleine Mahnmale im Pflaster, die mitten im Alltag an Einzelschicksale erinnern. Seit 2011 finden sich auch in Öhringen diese Erinnerungen an eine Vergangenheit, die viele Unschuldige aus dem Leben riss.

Von den einst 187 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Öhringens wurden 40 ermordet; drei überlebten die Deportation, der Rest konnte fliehen. Hinter diesen Zahlen stehen Leben mit Namen, Familien, Hoffnungen und verlorenen Möglichkeiten. Das Bewahren ihrer Erinnerung ist eine Verpflichtung - gegenüber den Opfern, ihren Hinterbliebenen und zukünftigen Generationen.

Auf unserer Homepage finden Sie ausführliche Informationen zu den 40 verlegten Stolpersteinen und zu den ehemaligen Öhringerinnen und Öhringern, deren Namen nun leise im Pflaster weiterleben. Besuch und Gedenken sind einfache, aber bedeutsame Wege, die Erinnerung wachzuhalten.

Ein Schicksal von vielen: Mathilde „Sara“ Wranovsky, geborene Metzl (14.12.1884 - 15.7.1968): Sie kam ursprünglich aus Österreich und im Jahr 1906 – im Jahr ihrer Eheschließung – mit ihrem Ehemann Thomas von Neckarsulm nach Öhringen, hier war sie als warmherzig bekannt. Zugleich spiegelt ihr Leben die widersprüchlichen Seiten der Zeit: Als Jüdin, die zum katholischen Glauben konvertiert und mit einem Nichtjuden verheiratet war, blieb sie zunächst verschont vom NS-Regime. Am 10. Januar 1944 kam es doch zur Deportation, da sich offensichtlich Nachbarn an der Anwesenheit einer (ehemaligen) Jüdin störten. Sie überlebte das Konzentrationslager Theresienstadt und kehrte am 26.5.1945 versehrt und traumatisiert in die Poststraße 25 zu Tochter und Schwiegersohn zurück. (Mehr zu Mathilde Wranovsky auf www.juden-in-oehringen.de).

Im Juni 2006 verwandelte sich Öhringen in einen Ort voller Euphorie und Gemeinschaft. Auf dem Marktplatz, im Stadion und beim Public Viewing auf der Herrenwiese pulsierte die Stadt im Takt der WM. Das damalige Motto „Zeit, dass sich was dreht“ wurde zur spürbaren Realität.

Wehende Fahnen, bemalte Gesichter und laute Gesänge führten die Öhringerinnen und Öhringer zusammen. Nach erfolgreichen Spielen füllten sich die Straßen: Jubelnde Menschen strömten aus ihren Gärten und Häusern, hupende Autokorsos zogen triumphierend durch die Straßen und verliehen dem Feiergefühl zusätzliche Energie. Auf der Herrenwiese saßen Groß und Klein beim Public Viewing beieinander und feierten gemeinsam.

Besonderes Highlight war der Besuch der australischen Nationalmannschaft, die in Friedrichsruhe ihr Mannschaftsdomizil hatte und in Öhringen im Stadion trainierte. Spieler und Betreuer erlebten Herzlichkeit und echte Begegnung. Noch heute leben die Erinnerungen an das Sommermärchen weiter, besonders an die Kraft von Gemeinschaft. Die Welt war 2006 zu Gast bei Freunden – auch bei uns.

Helene Hedwig Wranovsky (11.03.1907 Neckarsulm - 25.11.1973 Öhringen, evangelisch) ging unter dem Spitznamen „die flotte Helene“ in die – eher unscheinbaren – (Frauen-)Geschichtsbücher ein.

Sie wurde zur lokalen Berühmtheit, als sie mit 17 Jahren im Jahr 1924 beim Solitude‑Motorrad-Bergrennen in Stuttgart in der 250‑ccm‑Klasse startete und den zweiten Platz erreichte. Natürlich startete sie in der rein weiblichen Konkurrenz. Trotzdem wirkt dieser Fakt wie aus der Zeit gefallen, als Bild für die neuen Freiräume, die sich für junge Frauen in den 1920er-Jahren im Nachkriegsdeutschland auftaten. Bei ihrem Vater erlernte sie das Motorradfahren; die „flotte Helene“ symbolisiert das Aufbrechen tradierter Geschlechterrollen, die sichtbare Teilnahme von Frauen an Technik und Wettkampf sowie die Faszination von Geschwindigkeit und Moderne in der Weimarer Zeit.

Helene heiratete am 04.09.1928 den aus dem badischen Kehl stammenden Maschinenmechaniker und technischen Kaufmann Emil Georg Doll (*05.06.1898), der mit in ihr Elternhaus Poststraße 25 zog, und hatte mindestens ein Kind. Interessant ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass sie fortan als Hausfrau lebte und evangelisch war – im Gegensatz zu ihren Eltern, die beide dem katholischen Glauben angehörten.

1956 bis in die 1970er-Jahre gab es das Kennzeichen ÖHR, danach wurde es nur noch bei alten Fahrzeugen gesehen. Fortan trugen alle neu zugelassenen Fahrzeuge im Hohenlohekreis KÜN.

Im Zuge von Bürgeranfragen und der Kennzeichenliberalisierung kam es 2015 wieder zurück. Zum einen aus Nostalgiegründen war die Freude groß. Zum anderen erhofft man sich einen Imagegewinn und den Bekanntheitsgrad der Region zu steigern.

Thomas Wranovsky (07.12.1879 - 20.01.1939, katholisch) verband Unternehmergeist und Technikfreude. Als Tscheche über Neckarsulm nach Öhringen gekommen, betrieb er eine KfZ-Werkstatt in der Poststraße 25. Reparaturen an Fahrrädern, Motorrädern und NSU‑Fahrzeugen zeigen die Verflechtung kleiner Handwerksbetriebe mit der wachsenden Mobilitätsbranche. Hier lernte die junge Generation den Umgang mit Maschinen und Motoren, hier wurde Technik Alltagsbestandteil. Er lebte und arbeitete mit seiner Familie in der Poststraße 25 und starb am 20. Januar 1939 an „Arterienverkalkung“. Seine Tochter Helene war 1924 eine erfolgreiche Motorradfahrerin.