Von der Römersiedlung bis zur Landesgartenschau
Mit über 25.000 Einwohnern ist das Mittelzentrum Öhringen heute beliebter Wohn-, Einkaufs-, Wirtschafts- und Bildungsstandort im Hohenloher Land.
Schon in der Jungsteinzeit siedelten Menschen im Becken nördlich der Keuperstufe. Bedeutend wurde Öhringen ab ca. 155 n. Chr. als römischer Vicus Aurelianus an der Obergermanisch‑Rätischen Limeszone; römische Funde werden bis heute gemacht.
Erst rund 800 Jahre später erscheint Oringowe in Quellen; 1037 wird die Siedlung an der Ohrn im Öhringer Stiftungsbrief genannt. Im Öhringer Weistum von 1253 wird Öhringen erstmals als Stadt bezeichnet. Von 1253 bis 1806 stand die Stadt unter Hohenlohe‑Herrschaft und war regionales Zentrum; im 17. Jahrhundert wurde Öhringen Residenz. 1806 kam die Stadt zu Württemberg.
Im 19. Jahrhundert bekam Öhringen Bahn (1862), Telefonnetz (1895) und Stromversorgung (1896), blieb aber kleinstädtisch ohne große Industrie. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs hatte die Stadt etwa 4.500 Einwohner.
Während des Ersten Weltkriegs 1914-1918 wurden viele Öhringer Männer zum Militär eingezogen, zahlreiche Betriebe kamen zum Erliegen, eine Hungersnot 1917 sowie die Spanische Grippe Ende 1918 setzte der Bevölkerung zu. In der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) kam es zu einer weiteren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderung der Stadt, da den jüdischen Bevölkerungsanteil Kontrolle, Ausschluss und dann Verfolgung durch das Regime traf.
Öhringen blieb weitgehend von Zerstörungen verschont, erlebte jedoch die Auswirkungen des Krieges durch die Unterbringung von Flüchtlingen aus den Ostgebieten und wurde Teil der amerikanischen Besatzungszone. In den 1950er- und 1960er Jahren erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, begleitet von einer Zunahme der Bevölkerung und einer Modernisierung der Infrastruktur.
Die Bevölkerung wuchs bis 1960 auf rund 10.000; Wohnbau, Freibad, Stadtbücherei, Volkshochschule, Weygang‑Museum und eine katholische Gemeinde entstanden. Die Gemeindereform 1973 formte die heutige Gesamtstadt; 1994 wurde Öhringen Große Kreisstadt (>20.000 Einw.). 2016 fand die Landesgartenschau statt und schuf nachhaltige städtebauliche Werte.
Zum 10-jährigen Jubiläum der Landesgartenschau gibt es viele Veranstaltungen.
Film zur Stadtgeschichte
Stadtgeschichte kompakt

Auch bei Regen ist er pflichtbewusst und wässert seine Pflanzen mit der Gießkanne. Liebenswürdig und einfältig ist er und ein echter Öhringer: unser Hamballe.
Nicht nur eine satirische Fastnachtszeitung wurde nach ihm benannt. 1986 wurde dem Hamballe in Öhringen ein Denkmal gesetzt: Der Hamballe-Brunnen von Hermann Koziol steht in der Bahnhofstraße. Auch das traditionelle Bistro an der Stadtmauer trägt seinen Namen.
2026 würde Hermann Koziol, der Schöpfer der Brunnenfigur, seinen 100. Geburtstag feiern. 1958 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hohenloher Kunstvereins und wurde mit dem Hohenloher Kunstpreis ausgezeichnet. Er kam als Vertriebener aus Oberschlesien nach Hohenlohe.

Adlige, Kaiser-Mutter, Patronin, Stifterin, Glaubensschwester - Adelheid von Metz ist Gründerin des Chorherrenstifts in Öhringen.
1037: Erste urkundliche Erwähnung Öhringens im sog. Stiftungsbrief. Vor knapp 1.000 Jahren gründete Gräfin Adelheid von Metz mit ihrem Sohn Gerhard Bischof von Regensburg den Chorherrenstift zur ehemaligen Pfarrkirche (heute Stiftskirche).
Ein Chorherrenstift war eine Gemeinschaft von Geistlichen in der Umgebung einer Kirche. Durch die Gründung eines Stifts wurde für deren Unterhalt durch Grundbesitz und Naturaleinnahmen (Zehnt) gesorgt. Die Geistlichen organisierten den Gottesdienst.
1024 wurde ihr Sohn Konrad II. zum deutschen König gewählt und 1027 zum Kaiser gekrönt.
Die sterblichen Überreste Adelheids (+ um 1046 in Öhringen) befinden sich in der Krypta der Stiftskirche.
Ein erster Schritt bei der Familienforschung ein Blick in ein Findbuch eines lokalen Archivs. Ein Findbuch ist ein Verzeichnis oder eine Liste, um die darin enthaltenen Dokumente, Materialien oder Ressourcen zu katalogisieren. Es hilft Nutzenden, bestimmte Informationen oder Materialen einfacher zu finden, z. B. indem dort festgehalten ist, welche Dokumente zu finden sind, aus welcher Zeit und eventuell auch welche Namen darin auftauchen.
kostenlose Beratungsnachmittage zeigen, welche Schätze in Familienbesitz schlummern – und wie viel Geschichte sich entfaltet, wenn man die richtigen Fragen stellt. Ein weiterer Termin dieser erfolgreichen Veranstaltung ist derzeit in Planung.
Egal ob Sie zu Ihrer Familiengeschichte forschen, historisches Interesse haben oder sich für Stadt-, Land- oder Firmengeschichte interessieren: Im Stadtarchiv Öhringen gibt es viel zu entdecken. Vorbeikommen lohnt sich!
Öffnungszeiten: Donnerstags von 14 bis 18 Uhr und nach kurzer Voranmeldung
Kontakt: Stadtarchiv der Stadt Öhringen | Rathaus, Marktplatz 15
Claudia Wunder | Tel. 07941 68-113 | claudia.wunder(@)oehringen.de

Das Alte Rathaus wurde 1494 erbaut und 1504 nach einem Brand renoviert. Es war das zentrale Verwaltungsgebäude und Versammlungsort für die Bürgerinnen und Bürger. 1994 zog die Stadtbücherei ein und das Alte Rathaus ist heute ein kulturelles Zentrum unserer Stadt. Der Ratssaal im zweiten OG ist noch erhalten und stammt aus der Renaissance (um 1600).

Seit 2003 lädt der Heilkräutergarten zu einer Reise in die Welt der Pflanzenheilkunde ein. Ein lebendiges Kapitel traditioneller Heilkunst von Blase bis Leber.
Infotafeln erklären Anwendungen und Küchenkräuter. Der Garten liegt an der Stadtmauer zwischen KULTURa und Spitalkirche und ist frei zugänglich.
Ein Ort der Ruhe und alten Heilweisheiten in Erinnerung an Gräfin Magdalena von Hohenlohe, die sich vor 400 Jahren mit Kräuterheilkunde beschäftigte.
Ursprünglich (bis 1715) befand sich der Kräutergarten im Hofgarten am Schloss, dem Witwensitz der Gräfin.
2003 gab es einen mobilen Kräutergarten auf dem Marktplatz als “Außenstelle” des Heilkräutergartens.

Der Hafenmarkt war bis ins 16. Jahrhundert der einzige Marktplatz von Öhringen, weil damals der heutige Marktplatz noch Friedhof war. Wer einen “Hafen” sucht, fand im Mittelalter ein “Häfele”, was einfach nur Gefäß bedeutet. Ein Hinweis, dass es dort Töpferware zu kaufen gab.

Am 17. Mai 2003 wurde das “Brandenburger Tor” in Öhringen eröffnet, mit einer großen Party zu Ehren des größten Kunstobjekts in Deutschland. Die Nachbildung bestand aus einer großformatigen Fotoreproduktion. Verwendet wurden die Planen, die auch bei der Restaurierung des Originals verwendet wurden. Der Aufbau dauerte zwei Wochen. Die Daten sind beeindruckend: 30 Meter breit, 20 Meter hoch, 45 Tonnen schwer und rund 7.000 Einzelteile.
Anlass war die 750-Jahr-Feier. Das Brandenburger Tor gilt als Vorbild des Oberen Tors in der Karlsvorstadt, das ebenfalls im klassizistischen Stil erbaut wurde.

Die Hohenloher Scheune wurde für die Landesgartenschau 2016 erbaut. Hier war sie 171 Tage lang die Heimat der Brenner und Landfrauen. Seit 2017 wird die Hohenloher Scheune von regionalen Weingütern und der Weinkellerei Hohenlohe betrieben und ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Cappelaue. Von Mai bis Oktober ist die Scheune mittwochs bis sonntags geöffnet. Hier gibt es regionale Weine, Erfrischungen, Kaffee und Kuchen sowie kleine Speisen.
Alle Infos gibt es auf www.hohenloher-scheune.de
