Radverkehrskonzept für die Gesamtstadt Öhringen

Mobil in Öhringen

Wie wollen wir uns in Zukunft in Öhringen fortbewegen? Ein zentrales Ziel des Mobilitätskonzepts Öhringen ist, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und eine klimafreundliche Mobilität zu fördern. Dazu gehört natürlich auch, den Radverkehr zu stärken. Dafür entwickelt das Planungsbüro BS Ingenieure gemeinsam mit der Stadtverwaltung derzeit ein Radverkehrskonzept für die gesamte Stadt, inklusive Stadtteile.

Ziel ist ein sicheres und leistungsfähiges Radwegenetz, das alle wichtigen Ziele verbindet, dazu gehören Arbeitsstätten, Einkaufsmöglichkeiten sowie Schulen und Wohngebiete. Doch wie sieht eine fahrradfreundliche Stadt aus? Wo gibt es Gefahrenstellen? Was braucht es, damit mehr Menschen das Fahrrad als tägliches Verkehrsmittel nutzen?

Um diese Fragen zu beantworten, hat die Stadt bereits Beteiligungen an drei Schulen durchgeführt und plant weitere Formate, um die Einwohnerinnen und Einwohner einzubinden.

Damit wirklich alle die Möglichkeit hatten, sich einzubringen – auch ohne Internetzugang oder technische Vorkenntnisse – hatten wir im Foyer des Rathauses eine analoge Beteiligungsmöglichkeit eingerichtet.

Der Gemeinderat der Stadt Öhringen hat im Juli 2023 im Rahmen vom Mobilitätskonzept den Weg für ein Radverkehrskonzept freigemacht. Das Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Radwege-Infrastruktur, um den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und einen Beitrag zu den Klimazielen im Verkehrssektor zu leisten. Das Konzept soll nicht nur den Alltagsradverkehr, sondern auch Freizeit- und touristische Routen fördern. Das Ingenieurbüro „BS Ingenieure“ aus Ludwigsburg wurde beauftragt, das Konzept zu erstellen. Die Arbeiten laufen seit Sommer 2024 und sollen Ende 2025 abgeschlossen sein.

Hintergrund und Ziele
Die Erstellung des Radverkehrskonzepts ist ein wesentlicher Bestandteil sowohl des verabschiedeten Mobilitäts- als auch des Klimaschutzkonzeptes der Stadt. Angesichts der steigenden Anforderungen an eine nachhaltige Mobilität verfolgt das Projekt zwei Hauptziele:

Verbesserung und Optimierung des Radverkehrsnetzes: Durch gezielte Erweiterungen und Anpassungen soll die Infrastruktur für Radfahrer deutlich verbessert werden.

Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele im Verkehr: Die Förderung des Radverkehrs stellt eine umweltfreundliche Alternative zum motorisierten Individualverkehr dar und trägt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei.

Weitere Schritte
Darüber hinaus arbeitet das Land Baden-Württemberg derzeit an der Zusammenführung überörtlicher Radwege. In Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern sollen bestehende Lücken im Radwegenetz identifiziert und, sofern möglich, geschlossen werden. Für das Konzept werden u. a. auch die Statistiken zu den genutzten Wegstrecken aus den Daten des STADRADELN in Öhringen verwendet (Quelle: Plattform RIDE; selbstverständlich unter Einhaltung des Datenschutzes).

Schülerinnen und Schüler als Verkehrsplaner: Interaktive Beteiligung an drei Schulen

In drei Schulen in Öhringen – Kaufmännische Schule, der Richard-von-Weizsäcker-Schule und Hohenlohe-Gymnasium – fanden Beteiligungsformate statt, bei denen Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersklassen aktiv ihre Ideen und Erfahrungen einbringen konnten. Dabei standen folgende Fragen im Fokus: Wie gut ist die Schule mit dem Fahrrad erreichbar? Gibt es auf dem Schulweg Gefahrenstellen? Welche Maßnahmen können die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, vermehrt mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen?

Darüber hinaus wurde die aktuelle Zielnetzplanung von BS Ingenieure vorgestellt – ein Konzept für ein sicheres und gut ausgebautes Radwegenetz in Öhringen. Mit Tablets und Smartphones konnten die Jugendlichen die Planung interaktiv einsehen und direkt Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge machen. Hierbei wurden die Schülerinnen und Schüler von drei Mitarbeitenden von BS Ingenieure und unserer Klimaschutzmanagerin Sophie Strecker unterstützt. Diese Hinweise werden nun geprüft und fließen in das Radverkehrskonzept ein.

Kritische Diskussionen und spannende Argumente

In einer moderierten Diskussion tauschten sich die Schülerinnen und Schüler aus und diskutierten die Pros und Contras des Radverkehrs bzw. des Verkehrsnetzes. „Es war spannend zu erfahren, welche Hindernisse die Schülerinnen und Schüler beim Radfahren zur Schule wahrnehmen. Gleichzeitig gibt es aber auch interessante Ideen, wie sie ihre Gewohnheiten ändern und das Fahrrad häufiger nutzen könnten“, erklärt Klimaschutzmanagerin Sophie Strecker. Sie betont jedoch, dass das Fahrrad nicht immer die beste Lösung sei – insbesondere bei sehr langen Schulwegen. In solchen Fällen könne eine Kombination mit dem öffentlichen Nahverkehr eine sinnvolle Alternative darstellen.

In der Diskussion kamen zahlreiche Aspekte zur Sprache – von Sicherheitsbedenken und Diebstahlrisiken bis hin zu den finanziellen Vorteilen des Fahrrads als kostengünstiges Verkehrsmittel und die erhöhte Flexibilität und Selbstständigkeit. Die lebhafte Debatte zeigte, wie wichtig den Jugendlichen dieses Thema ist.

Ein wichtiger Schritt für die Mobilitätswende

Die Stadtverwaltung Öhringen bedankt sich herzlich für die aktive Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler. Durch ihre Beteiligung werden die Bedürfnisse der jungen Generation direkt in die Planungen einfließen. Denn nur wenn die Radwege sicher und attraktiv sind, kann das Fahrrad eine echte Alternative zum Auto und zum Elterntaxi werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Mobilität in Öhringen.