Notfallrettung im Hohenlohekreis wird ausgeweitet Einrichtung einer weiteren Rettungswache in Kirchensall – Gutachten zur Organisation des Rettungsdienstes im Bereichsausschuss vorgestellt

Der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Hohenlohekreis hat einstimmig die Errichtung eines dezentralen zusätzlichen Standortes einer neuen Rettungswache in Kirchensall (Gemeinde Neuenstein) beschlossen. Diese wird mit einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) im 12 Stunden Tagbetrieb an 365 Tagen und mit einem Rettungswagen (RTW) im 24 Stunden Dienstbetrieb an 365 Tagen ausgestattet werden. Eine Ausweitung der Vorhaltezeiten in der Zukunft ist möglich.
Durch die Einrichtung der zusätzlichen Wache werden insbesondere die Bereiche Neuenstein, Kupferzell und Waldenburg sowie der Gewerbepark Hohenlohe besser versorgt, was zu einer großen Entlastung der anderen Rettungsmittel in Künzelsau und Öhringen führt. Damit stehen in Künzelsau und Öhringen die Rettungsmittel noch stärker zur Verfügung. Nach erfolgreicher Etablierung der Rettungswache in Kirchensall werden in einem weiteren Schritt die Vorhaltezeiten der Rettungswache Öhringen angepasst. „Wir arbeiten weiter daran, die Notfallversorgung im Hohenlohekreis zu optimieren. Die ersten Maßnahmen sollen vor allem dazu führen, dass die Hilfsfristen im ganzen Hohenlohekreis besser eingehalten werden“, erklärt Jürgen Heckmann (AOK), Vorsitzender des Bereichsausschusses für den Rettungsdienstbereich Hohenlohekreis.
Der zusätzliche Standort ist eine erste Maßnahme aus einem Gutachten zur Organisation des Rettungsdienstes im Hohenlohekreis, das dem Bereichsausschuss am 21. November vorgestellt wurde. In diesem hat der Gutachter verschiedene Optionen und zusätzliche Standorte für NEF und RTW simuliert und ausgewertet. Ein zusätzlicher Standort in Kirchensall – so das Ergebnis – trägt zur Verbesserung der Hilfsfrist bei, da von ihm aus viele Einsatzschwerpunkte im Hohenlohekreis schnell erreicht werden können. Damit ist der Standort Kirchensall allen anderen geprüften Standorten überlegen.
„Nach der Umsetzung werden wir kontinuierlich die Auswirkungen betrachten, um dann eventuelle weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen“, erklärt Heckmann weiter. Das Gutachten habe deutlich dargelegt, dass es durch die Schließung des Klinikstandortes Künzelsau keinen Mehrbedarf an Rettungsmitteln im Raum Künzelsau gibt. „Dennoch werden wir nach Evaluierung des Standorts Kirchensall auch die Einrichtung eines weiteren zusätzlichen Standortes im Nordosten des Hohenlohekreises (z.B. in Stachenhausen) prüfen, um die Flächenversorgung noch weiter zu verbessern.“


Hintergrundinformationen:
Gutachten zur Organisation des Rettungsdienstes im Hohenlohekreis
Der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Hohenlohekreis hat Anfang dieses Jahres ein Gutachten zur Organisation des Rettungsdienstes in Auftrag gegeben. Ziel des Gutachtens war es, das rettungsdienstliche Leistungsgeschehen für den Rettungsdienstbereich Hohenlohekreis zu untersuchen. Dabei stand vor allem die Optimierung in Bezug auf die Verbesserung der Hilfsfrist im Vordergrund. In der vergangenen Sitzung des Bereichsausschusses (21.11.2019) wurde das Gutachten dem Gremium vorgestellt.


Bereichsausschuss
In jedem Rettungsdienstbereich wird ein Bereichsausschuss für den Rettungsdienst (Bereichsausschuss) gebildet. Mitglieder sind Vertreter der Leistungsträger, Kostenträger, Landkreise, Feuerwehr sowie ein Leitender Notarzt des Rettungsdienstbereiches, ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Vertreter der Krankenhäuser.
Dem Bereichsausschuss obliegt die Beobachtung und Beratung der Angelegenheiten des Rettungsdienstes im Rettungsdienstbereich sowie deren Regelung mit Ausnahme der Luftrettung. Dazu gehört unter anderem die Festlegung von Vermittlungsentgelten für die Integrierte Leitstelle, die planerische Sicherstellung der notärztlichen Versorgung einschließlich der Gewinnung von Ärzten und die Bestimmung des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst.


Ansprechpartner für die Presse:
Geschäftsstelle Bereichsausschuss für den Rettungsdienst: Jens.Mueller(at)drk-hohenlohe.de