Neuregelung der Privatwaldbetreuung im Hohenlohekreis

Rechtliche Änderungen durch Forstreform

Mit der Forstreform sind zum Jahreswechsel auch rechtliche Änderungen bei der Betreuung von Privatwaldbesitzern durch das Forstamt in Kraft getreten. Durch die bisherige indirekte staatliche Förderung konnte die Arbeit der Förster stark verbilligt angeboten werden. Aus beihilfe- und wettbewerbsrechtlichen Gründen musste dies umgestellt werden. In Zukunft müssen die Echtkosten abgerechnet werden. Damit jedoch weiterhin eine attraktive und bezahlbare Dienstleistung angeboten werden kann, können Waldbesitzer mit weniger als 50 Hektar Fläche eine Privatwaldvereinbarung mit einem Förderantrag abschließen und so Betreuungsleistungen zu einen vergünstigen Stundensatz erhalten. Größere Waldbesitzer können auch einen Betreuungsvertrag abschließen und einen direkten Zuschuss erhalten.

Die Beratung der Waldbesitzer durch das Forstamt bzw. die Forstrevierleiter in allen forstlichen Fragestellungen von der Kulturbegründung über die Waldpflege bis hin zum Holzeinschlag bleibt weiterhin kostenfrei. Die kostenpflichtige Betreuung muss an die neuen gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. Sie umfasst das Holzauszeichnen, die Organisation von Unternehmereinsätzen im Wald und die Holzaufnahme. Bisher wurden diese Dienstleistungen auf der Basis von Festmetern abgerechnet. Seit Anfang des Jahres wird die entsprechende Gebühr für diese Leistung auf Stundenbasis ermittelt. Für die Tätigkeit des Revierleiters kann eine Förderung beantragt werden. Die Antragstellung muss vor Beginn der Arbeiten erfolgen und wird künftig direkt vor Ort vom Förster elektronisch erfasst.

Der Holzverkauf aller Sortimente erfolgt seit dem Jahreswechsel über die wieder in das Forstamt eingegliederte Holzverkaufsstelle. Die Kosten werden nach verkauften Festmetern abgerechnet.

Alle notwendigen Dokumente und weitere Informationen für Privatwaldbesitzer stehen auf der Internetseite des Landratsamtes www.hohenlohekreis.de zum Download zur Verfügung. Auch die Kontaktdaten der Forstrevierleiter sind hier hinterlegt.

 

Waldschäden und Entwicklung am Holzmarkt

Nach den extremen Waldschäden der beiden vergangenen Jahre deutet sich leider an, dass auch das neue Jahr 2020 ein ausgesprochenes Problemjahr werden wird. Die Trockenschäden und nachfolgender Befall mit Pilzen und rindenbrütenden Insekten führen insbesondere bei der Buche zu einem schleichenden, mehrjährigen Absterbeprozess.

Im Norden des Landkreises wird im Frühjahr und Sommer mit einer Massenvermehrung des Schwammspinners gerechnet. Die Raupen dieses wärmeliebenden Schmetterlings können bei Massenbefall zu einem großflächigen Kahlfraß an fast allen Laubbäumen führen. Angesichts der Vorschäden müsste in diesem Fall auch mit einem flächenhaften Absterben von Waldbeständen gerechnet werden. Das Forstamt führt hierzu gemeinsam mit der Forstlichen Versuchsanstalt ein Monitoring durch, um ggf. Abwehrmaßnahmen ergreifen zu können.

Bei der Fichte wird aktuell ein sehr hoher Befall mit Buchdruckern sichtbar, die sich noch im Herbst eingebohrt haben und angesichts der eher warmen Witterung unter der Rinde überwintern.  Privatwaldbesitzer sind aufgefordert, die Kontrolle ihrer Nadelbaumbestände auch im Winter weiterzuführen und befallene Bäume rechtzeitig vor Beginn des Käferflugs im Frühjahr zu beseitigen.

Die Situation auf dem Nadelholzmarkt hat sich zum Jahreswechsel geringfügig entspannt. Das Stammholz fließt etwas besser ab. Der Preis für Fichten-Käfer- und Frischholz ist leicht angestiegen, wobei vom Einschlag von Frischholz nach wie vor dringend abgeraten wird. Aufgrund der leicht verbesserten Marktlage kann der Aufarbeitungszopf (Durchmesser am schwächeren Ende) für Fichten-Stammholz, der zuletzt bei 20 cm lang, auf 15 cm ohne Rinde abgesenkt werden. Die Aufarbeitungslänge bleibt bei 5 m zzgl. 10 cm Zumaß.

Laubstammholz ist vor allem in guten Qualitäten generell gefragt, da der Einschlag von vielen Forstbetrieben hier zugunsten der Schadholzaufarbeitung deutlich reduziert wurde.

Waldbesitzer, die Holz über das Forstamt vermarkten wollen, wenden sich bitte vor Hiebsbeginn an den zuständigen Revierleiter oder die Holzverkaufsstelle im Forstamt (Tel. 07940 18-560).