Feldlerchenfenster und Streuobstförderung

Hohenlohekreis nimmt Vorreiterrolle beim Thema Biotopvernetzung ein

Die Umsetzung von Biotopvernetzungskonzepten stellt ein wirksames Instrument zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft dar. Im Hohenlohekreis haben inzwischen über die Hälfte der Kommunen eine Biotopvernetzungskonzeption – Krautheim, Mulfingen, Schöntal (Gemarkung Oberkessach), Neuenstein, Waldenburg, Öhringen, Pfedelbach, Zweiflingen und Kupferzell. Zuletzt hat auch die Stadt Künzelsau beschlossen, einen Antrag auf Förderung eines solchen Konzeptes zu stellen.
Mit diesem außerordentlichen Engagement für die Umwelt nimmt der Hohenlohekreis mit seinen Städten und Gemeinden bereits jetzt eine Vorreiterrolle in Baden-Württemberg ein. „Unser Ziel ist es, für den gesamten Hohenlohekreis ein Biotopvernetzungskonzept zu etablieren“, so Dr. Wolfgang Eißen vom hiesigen Landwirtschaftsamt in Kupferzell.
Gebiete einer anerkannten Biotopvernetzungskonzeption können eine finanzielle Förderung für Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen vom Land Baden-Württemberg bekommen. Zurzeit sind ca. 100 Landwirte im Hohenlohekreis im Rahmen von Landschaftspflegeverträgen in der Biotopvernetzung engagiert und bewirtschaften insgesamt 350 Hektar extensive Vertragsflächen (Ackerrandstreifen, extensives Grünland, Streuobstwiesen u.a.).

Einige Kommunen bieten Fördermöglichkeiten für weitere Maßnahmen an, wie beispielsweise die Förderung von Feldlerchenfenstern oder Blühflächen mit besonders hochwertigen insektenfreundlichen Blühmischungen in Öhringen, Pfedelbach, Zweiflingen und Kupferzell.  Mehr als 60 Landwirte setzen solche Maßnahmen auf 489 Hektar in diesen Kommunen um. Allein rund um Öhringen verbessern rund 500 Feldlerchenfenster die Lebensbedingungen des Offenlandbrüters, dessen Bestände in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen haben. Durch die Anlage von Lerchenfenstern werden die Lebensbedingungen des Bodenbrüters erheblich verbessert. Die Vögel brüten in den Ackerkulturen und die Lerchenfenster dienen herbei als Start- und Landebahn. Blühstreifen und artenreiche Grünlandstreifen am Ackerrand bieten Nahrung und Lebensraum für Vögel, Insekten (Schmetterlinge, Blüten bestäubende Wild- und Honigbienen, Hummeln usw.) und Kleintiere. Hier können sich auch zahlreiche Nützlinge (Bestäuber, Gegenspieler bei Schädlingsbefall wie z.B. Marienkäfer, Schwebfliegen etc.) der Kulturpflanzen etablieren. Besonders sinnvoll sind Blühstreifen in Kombination mit Lerchenfenstern, da sie ein Nahrungshabitat für die Feldlerchen darstellen.

Eine weitere förderfähige Maßnahme in Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen ist die Streuobstförderung, die 2018 auch erstmalig im Stadtgebiet von Neuenstein möglich wurde. Durch gemeinsame Pflanzaktionen konnten 3.700 Bäume sowohl an Landwirte als auch Privatpersonen im Außenbereich verteilt werden. Eine Baumschnittförderung und Baumschnittqualifizierungen des Landwirtschaftsamtes für interessierte Bürger und Landwirte runden das Angebot ab.

Bildtexte:
1) Abbildung eines Lerchenfensters
2) Gelege einer Feldlerche in einem Zuckerrübenfeld