Blütenvielfalt contra Steinwüsten im Hausgarten

Gartenführung zeigt, welchen Beitrag Hobbygärtner leisten können


Mit der diesjährigen Gartenführung des Landratsamtes Hohenlohekreis, Landwirtschaftsamt, wurde das topaktuelle Thema biologische Vielfalt speziell für den Hausgarten an praktischen Beispielen anschaulich dargestellt. Der Gemüseanbaubetrieb Heinrich aus Büttelbronn stellte hierzu eine Fläche bereit, auf der verschiedene Blühmischungen und Gründüngungspflanzen beispielhaft angebaut wurden.

Knapp 100 interessierte Gartenbesitzer, Naturfreunde, Insektenliebhaber und Hobbygärtner machten sich bei den Führungen durch die liebevoll angelegten Beete schlau, welchen Beitrag sie als Hobbygärtner leisten können um die Artenvielfalt zu fördern. „Heute habe ich auch meinen Mann mitgenommen“, mit diesen Worten bekundete eine der Besucherinnen die Tatsache, dass sich auch überraschend viele Männer für dieses aktuelle Thema interessierten.

Sigrun Vogt-Brück, Gartenbaulehrerin und Initiatorin des Projektes, erläuterte an den vielfältig und beeindruckend angelegten Beeten, wie auch im Hausgarten mit verschiedenen Blütenmischungen die Artenvielfalt gefördert und erhalten werden kann.

Bei der Wahl der Blühmischungen wurde auf gebietsheimische Pflanzen geachtet. Alle Teilnehmer erhielten Informationsmaterial über die angebauten Blüten, damit jeder die Möglichkeit hat auch im eigenen Hausgarten Blumenbeete anzulegen, die vom Frühjahr bis zum Herbst immer wieder mit neuen Blüten überraschen. Besonders interessiert waren viele an der „Blütensymphonie schneckenresistent“, leicht wachsende Sommerblumen, denen die Schnecken nichts anhaben können. Weiterhin bekamen die zahlreichen Besucher sieben Arten von Gründüngungspflanzen vorgestellt, die zur Bodenbedeckung, Lockerung des Bodens und als Nährstofflieferanten dienen.

Dass durch diese Blütenvielfalt zuhauf Insekten angelockt werden, konnten die Besucher mit eigenen Augen verfolgen. Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele mehr waren zu sehen. Sie sind unter anderem notwendig für die Bestäubung von Pflanzen, dienen als Nahrungsquelle für viele Arten, wie Vögel und Kleinsäuger.

Monika Göltenboth, Biotopvernetzungsexpertin vom Landwirtschaftsamt erläuterte, dass es in der Landwirtschaft schon seit 25 Jahren Biotopvernetzungskonzepte gibt, die von den Landwirten im Hohenlohekreis bereits vielfältig umgesetzt werden. „Das Ökosystem ist wie ein dicht geknüpftes Fischernetz, jeder Knoten steht für eine Art, wenn Arten aussterben, fehlen zunehmend Knoten, das Netz wird löchrig und instabil“ so ermunterte sie die Hobbygärtner, auch einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

In einem Garten mit dieser Blütenpracht und Insektenvielfalt kann man sich wohlfühlen. Als Zugabe gab es noch eine selbst gemachte Blütenlimonade – gleich zum Kosten und auch mit Rezept zum Nachmachen.