Artenvielfalt mit Betriebswirtschaft in Einklang bringen

Akademie für Landbau und Hauswirtschaft betrachtet Forschungsprojekt F.R.A.N.Z. in der Praxis

Bereits seit einigen Jahren ist das Thema Biodiversität auf dem Stundenplan der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft (ALH) Teil des dritten Semesters im Fachbereich Landbau. Nach Praktikerberichten ging man an der ALH im letzten Winter einen Schritt weiter, indem neben Betriebsleiter, die bereits Biodiversitätsmaßnahmen auf ihren Betrieben durchführen, auch ein Landwirt eingeladen wurde, der Teil des bundesweit beachteten Forschungsprojekts „F.R.A.N.Z.“ (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) ist. 
F.R.A.N.Z. verfolgt dabei den Ansatz, die Artenvielfalt zu fördern, ohne die betriebswirtschaftlichen Aspekte eines konventionell wirtschaftenden Betriebes aus den Augen zu verlieren, also Ökologie und Ökonomie gleichberechtigt in Einklang zu bringen. Da bekanntermaßen jegliche Theorie grau ist, ging es nach dem Input im Winter jetzt raus auf die Felder von Jürgen Maurer aus Kupferzell-Feßbach.
Vor der Felderbegehung gab es an der Maschinenhalle des Betriebs Maurer neben Getränken eine Menge an Informationen und die Möglichkeit, in Gedankenaustausch zu treten. Das Spektrum der in Augenschein genommen Maßnahmen umfasste sechs Stationen, u. a. eine Fläche mit Extensivgetreidebau, eine zweijährige Dauerbrache aus Kleegemengen sowie den Anbau eines Mais-Stangenbohnen-Gemenges. Getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ finden sich an jeder Maßnahme sogenannte Info-Stelen, die interessierte Verbraucher/-innen kurz und bündig über die jeweiligen Versuche informieren.
An den jeweiligen Stationen diskutierten die angehenden Betriebsleiter/-innen über die unterschiedlichen Maßnahmen. Aber nicht nur darüber, sondern auch auf welchem Weg sich die heimische Landwirtschaft befindet und wohin dieser Weg führt. Konsens herrschte unter den jungen Leuten darüber, dass die Bereitschaft etwas zu ändern vorhanden ist, aber nicht alles einseitig zu Lasten der Landwirtschaft gehen darf und kann. Es muss ein gesamtgesellschaftliches Übereinkommen gefunden werden.
Alles in allem ein informativer, zum Nachdenken anregender, gelungener Tag oder um es mit den Worten Georg Christoph Lichtenbergs zu sagen: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“


Bildtexte: Bei der Felderbegehung in Kupferzell-Feßbach wurde angeregt diskutiert. Konsens war, dass ein Umdenken stattfinden muss.