Stolpersteine in Öhringen

Dr. Julius Merzbacher mit seinen Söhnen Rolf und Werner - Dr. Merzbacher ist eines der Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Deming. Seit 1995 verlegt er sie in die Gehwege vor den ehemaligen Wohnhäusern verfolgter und ermordeter Opfer des Nationalsozialismus. Die 10 x 10 cm großen Betonsteine sind mit einer Messingplatte versehen, auf der nach der Überschrift "Hier wohnte" Namen, Daten und Schicksal der Opfer eingraviert sind. Inzwischen liegen fast 60.000 Stolpersteine in über 1.700 Orten in Europa.

Gunter Demnig will "die Erinnerung da hinbringen, wo die Menschen zu Hause sind", weist aber darauf hin, dass man, "um den Stein lesen zu können, sich vor den Opfern verbeugen" muss. Zugleich verstehen sich Stolpersteine auch als Mahnung zur Wachsamkeit: Wo Nachbarn, Passanten und eine kritische Öffentlichkeit hinsieht und sich einmischt, finden Minderheiten Schutz vor Willkür und Gewalt. In Öhringen sind 40 Stolpersteine verlegt. Damit sind alle jüdischen Opfer, die ab 1933 in Öhringen lebten, mit einem Stolperstein bedacht.

In Öhringen wurden im November 2011 die ersten Stolpersteine vor sieben Häusern in der Innenstadt für die von dort deportierten und ermordeten jüdischen Bürger verlegt. Gunter Demnig verlegte diese zusammen mit Oberbürgermeister Michler und einer großen Anzahl interessierter Bürger - darunter auch Werner Merzbacher, ein Überlebender der Naziverfolgung - an folgenden Stellen in der Öhringer Innenstadt:

Marktstraße 21 (Julius und Emma Metzger)
Marktstraße 3 (Dr. Julius und Hilde Merzbacher)
Rathausstraße 28 (Adolf Ehrlich und Tochter Rosa)
Untere Torstraße 22 (Rosa Ledermann und Tochter Emma, Arthur und Ada Ledermann)
Poststraße 24 (Amalie Thalheimer, August und Hedwig Thalheimer mit ihren Kindern Lore und Siegfried)
Poststraße 31 (Nanette Israel und Tochter Selma)
Bahnhofstraße 10 (Josef und Berta Westheimer und ihre Töchter Ilse und Beatrice)

Am 05. November 2013 wurden sieben Stolpersteine in der Öhringer Innenstadt zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Bürger verlegt. Die Stolpersteine befinden sich an folgenden Stellen:

Wintergasse 20 (Nannchen Engelbert)
Poststraße 30 (Max Kocherthaler)
Poststraße 46 (Mathilde Weil)
Poststraße 59 (Lina Strauss)
Poststraße 88 (Eva Gutmann)
Karlsvorstadt 15 (Karoline und Isak Kaufmann)

Am 24. April 2017 wurden weitere 12 Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt:

Karlsvorstadt 37 (Hugo, Irma, Justin und Sara Levi)
Karlsvorstadt 37 (Leopold, Margarete, Doris und Gerhard Einstein)
Haller Straße 8 (Jakob Einstein)
Haller Straße 51 (Karl Gutmann)
Büttelbronner Straße 8 (Arthur und Trude Thalheimer)

Bei allen Verlegungen haben Schülerinnen und Schüler mitgewirkt. Für alle Steine konnten Paten gefunden werden. 

Innenstadtplan mit Verlegestellen

Bildergalerie

Gunter Demnig verlegt Stolpersteine für Emma und Julius Metzger in der Marktstraße
Stolpersteine-Putzaktion im November 2012