Namensgebung: Weiße Rosenzüchtung im Zuge der Landesgartenschau auf den Namen Hans Scholl getauft

Bürgermeister Michael Foss, Züchter Christian Schultheis, Gartenschau-Geschäftsführer Erich Herrmann, Renate S. Deck - Leiterin der Gedenkstätte "Weiße Rose" in Forchtenberg (v.l.)

Blüte der Rosensorte "Hans Scholl"

Einen besonderen Höhepunkt verzeichnete die Landesgartenschau mit der Taufe einer neuen Rosensorte. Im Landkreispavillon wurde die Züchtung auf den Namen Hans Scholl getauft – zum Gedenken an den Kopf der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

Bruder von Sophie Scholl

Hans Scholl, Bruder von Sophie Scholl, wurde vor 98 Jahren in Ingersheim geboren und hatte einen Teil seiner Kindheit in Forchtenberg im Kochertal verbracht.

Den ersten von bisher neun gewachsenen Rosenstöcken erhielt Landesgartenschau-Geschäftsführer Erich Herrmann. „Sie bekommt einen besonderen Platz“, versprach Herrmann.

Zarte, weit geöffnete, weiße Blütenblätter ähnlich einer Heckenrose, die in ihrer Mitte den Bienen Nahrung bietet, von robuster Natur und mit glänzenden Hagebutten: das ist die „Hans Scholl“.

Zusammen mit Renate S. Deck von der Weiße Rose Gedenkstätte hatte Christian Schultheis, Geschäftsführer der ältesten Rosenschule Deutschlands in Bad Nauheim-Steinfurth, seit 2008 getüftelt, bis die Pflanze alle ihre Kriterien erfüllte.

Zeichen für Freiheit

„Die Rose soll uns daran erinnern, was Freiheit ist“, sagte Renate S. Deck. Auch heute, wo Rechtspopulisten versuchten, demokratische und freiheitliche Werte zu diffamieren, wolle man mit der Taufe ein Zeichen setzen. Hans Scholl war am 22. Februar 1943 von den Nationalsozialisten wegen seines Engagements in der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" hingerichtet worden.

Taufwasser aus der Jagst

Symbolträchtig auch das Taufwasser: Es entstammte der Jagst unweit der Stelle, an der Hans Scholl am 22. September 1918 geboren wurde. Zu den weiteren Taufpaten gehörte Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss, dessen Vorgänger Uwe Gysin samt Sohn Philipp, der zum 98. Geburtstag von Hans Scholl ein eindrucksvolles Musikstück komponiert und aus Anlass der Rosentaufe erstmals öffentlich vortrug.