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Stolpersteine in Öhringen


Innenstadtplan mit den Verlegestellen in Öhringen
Schüler der jüdischen Schule im April 1937 und die ehem. Synagoge in Öhringen
Dr. Julius Merzbacher mit seinen Söhnen Rolf und Werner - Dr. Merzbacher ist eines der Opfer des Nationalsozialismus
Gunter Demnig verlegt Stolpersteine für Emma und Julius Metzger in der Marktstraße


STOLPERSTEINE
sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Deming. Seit 1995 verlegt er sie in die Gehwege vor den ehemaligen Wohnhäusern verfolgter und ermordeter Opfer des Nationalsozialismus.

Die 10 x 10 cm großen Betonsteine sind mit einer Messingplatte versehen, auf der nach der Überschrift "Hier wohnte" Namen, Daten und Schicksal der Opfer eingraviert sind.

Inzwischen hat Gunter Demnig in 700 Städten und Orten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Ungarn, persönlich über 30.000 Stolpersteine verlegt.

Gunter Demnig will "die Erinnerung da hinbringen, wo die Menschen zu Hause sind", weist aber darauf hin, dass man, "um den Stein lesen zu können, sich vor den Opfern  verbeugen" muss. Zugleich verstehen sich Stolpersteine auch als Mahnung zur Wachsamkeit: Wo Nachbarn, Passanten und eine kritische Öffentlichkeit hinsieht und sich einmischt, finden Minderheiten Schutz vor Willkür und Gewalt.

In Öhringen wurden im November 2011 vor sieben Häusern in der Innenstadt Stolpersteine für die von dort deportierten und ermordeten jüdischen Bürger verlegt.
Gunter Demnig verlegte diese zusammen mit Oberbürgermeister Michler und einer großen Anzahl interessierter Bürger - darunter auch Werner Merzbacher, ein Überlebender der Naziverfolgung - an folgenden Stellen in der Öhringer Innenstadt:

Marktstraße 21  (Stolpersteine für Julius und Emma Metzger)
Marktstraße 3  (Dr. Julius und Hilde Merzbacher)
Rathausstraße 28  (Adolf Ehrlich und Tochter Rosa)
Untere Torstraße 22  (Rosa Ledermann und Tochter Emma, Arthur und Ada Ledermann)
Poststraße 24  (Amalie Thalheimer, August und Hedwig Thalheimer mit ihren Kindern Lore und Siegfried)
Poststraße 31  (Nanette Israel und Tochter Selma)
Bahnhofstraße 10  (Josef und Berta Westheimer und ihre Töchter Ilse und Beatrice)

An jedem Haus lasen die Spenderpaten Biografien der ehemaligen jüdischen Bewohner und erinnerten so an ihr schlimmes Schicksal

Nach der Verlegung trafen sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abschluss in der Ausstellung "Geschichte der jüdischen Gemeinde in Öhringen" im Treppenhaus des Schlosses.

Die Stolpersteine in Öhringen sind ein Projekt der Öhringer Bürger in Zusammenarbeit mit der Stadt und den Kirchengemeinden.
Für alle Öhringer Steine haben sich Spenderpaten gefunden.
Wir danken Lore Bunte (verst.)/ Fam. Bort, Lothar Eiermann, Catherine Kern, Katharina Krehl, Walter Meister und Elisabeth v. Lübtow, Dr. Johannes und Marlise Mickler, Jürgen und Elisabeth Raschke, Ulrike Roloff, Irene Sadzio, Bernd und Renate Schmidt, Christine Schubert, Kurt und Rita Steinbacher sowie Dieter Volkert.

Begleitend zur Verlegung der Stolpersteine in Öhringen fand im Blauen Saal des Schlosses ein Vortrag von Walter Meister mit dem Thema "Wie Juden in Öhringen lebten - Versuch einer Rekonstruktion" statt.
Nach dem überaus gut besuchten Vortrag wurde die Ausstellung "Geschichte der jüdischen Gemeinde in Öhringen" im Treppenhaus eröffnet.

Am Tag der Stolpersteine-Verlegung sprach Gunter Demnig im Ratssaal des Alten Rathauses über seinen künstlerischen Werdegang und die bisherige Entwicklung des Projekts "Stolpersteine".

Bei der Tourist-Information im Rathaus ist kostenlos eine ausführliche Broschüre über die Öhringer Stolpersteine erhältlich. Darin ist auch ein Lageplan sowie die Biografien der deportierten jüdischen Mitbürger enthalten.

Bildergalerie der Hohenloher Zeitung zur Verlegung der Stolpersteine am 21.11.2011 (externer Link)

Broschüre zum Download als Pdf-Datei

Vortrag Walter Meister: Wie Juden in Öhringen lebten
(externer Link)

Mehr zur Geschichte der jüdischen Bürger in Öhringen
(externer Link)