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Die Öhringer Stiftskirche

Die Öhringer Stiftskirche
Blick zum Altar
Der Altarraum

Grablege in der Krypta
Der Kreuzgang

Um das Jahr 1020 errichtete das Öhringer Grafengeschlecht an der Pfarrkirche ein Chorherrenstift, das von der Gräfin Adelheid, Mutter Kaiser Konrads II, dem Bistum Regensburg übereignet wurde.

Der noch vorhandene Stiftungsbrief nennt hierbei das Jahr 1037. Aus der damaligen Bauphase stammen die Originalfiguren der Löwen beim sogenannten Löwentürle. Beim Umbau der Kirche Mitte des 13. Jahrhunderts wurde 1241 der Sarkophag Adelheids erneuert. In dieser Zeit entstanden die Originale der Hauptheiligen Petrus und Paulus am Blasturm.

Der Bau der heutigen spätgotischen Stiftskirche wurde gemeinsam von den Grafen von Hohenlohe und dem Chorherrenstift betrieben. Die Arbeiten begannen nach 1451 mit der Krypta und wurden 1454 mit dem Chor und den beiden Türmen bis um das Jahr 1465 fortgesetzt.

Von den Bauleuten ist Hans Spryss aus Zaberfeld bekannt. Die Glasgemälde der Chorfenster stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Um 1485 bis 1500 entstand das dreischiffige Langhaus als Staffelhalle, wobei die Seitenschiffe Einsatzkapellen und Maßwerkfenster erhielten. Als Baumeister sind besonders Hans von Aurach, vom Mittelrhein stammend, und Bernhard Sporer aus Leonberg bekannt.

Bis um 1506 wurden noch die Stiftsgebäude mit Kreuzgang und Seitenkapelle, ursprünglich wohl Kapitelsaal, durch Sporer erbaut. Die Pfeiler der Kirche zeigen figürliche Konsolen, die Schlusssteine zeigen zumeist Wappen und Heiligenbilder. Der spätgotische Ölberg steht halb verdeckt unter einer Außentreppe.

Von der spätgotischen Ausstattung sind hauptsächlich noch der hervorragende Hochaltar eines unbekannten Meisters um 1500 und ein steinerner Seitenaltar erhalten. Der Kanzelträger, zeitweilig Anton Pilgram zugeschrieben, kam 1937 nach Berlin.

Die heutige Kanzel samt unterer Altar und Taufstein wurden 1860 geschaffen. Bei der umfangreichen Renovierung 1888/89 entstand u. a. das heutige Orgelgehäuse. Nach erheblichen Kriegsschäden im April 1945 erfolgte 1954/59 eine weitere umfassende Renovierung. Als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gestaltete 1923 Ulfert Janssen aus Stuttgart die drei Reliefbilder, und Erwin Scheerer aus Ludwigsburg schuf 1959 zu Ehren der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges den Erzengel Michael.

Zahlreiche steinerne Grabmale aus Renaissance und Barock, teilweise mit Bronze-Einlagen oder figürlich prächtig ausgestattet, erinnern insbesondere an Angehörige des Hauses Hohenlohe. Als Künstler sind hier vor allem Johann von Trarbach und Michael Kern zu nennen. Gottfried Schadow aus Berlin schuf 1799 die Marmortafel für das Fürstenpaar zur goldenen Hochzeit.

Öffnungszeiten der Stiftskirche:
täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr
(Zugang über den Kreuzgang)