Hamballe-Brunnen

Hamballe-Brunnen in der Bahnhofstraße

Der Öhringer Männerturnverein, Vorgänger der TSG, gab erstmals im Jahr 1903 auf einem Maskenkränzchen eine närrische Fastnachtszeitung heraus. Diese Narrenzeitung war namenlos, bis jemand um das Jahr 1907 auf die Idee kam, ihr den Titel "Hamballe" zu geben.

Die 300 Exemplare dieses ersten "Hamballe" auf dem Maskenkränzchen 1907 fanden reißenden Absatz, brachten dem Turnverein aber auch Ärger ins Haus: Mancher fühlte sich durch Berichte im Hamballe beleidigt. Im Turnrat wurde schon befürchtet, der ganze Verein könnte wegen des Hamballe in Misskredit geraten.
Dem zum Trotz folgten weitere Ausgaben dieser närrischen Zeitung.

 

Der Erste Weltkrieg ließ den Hamballe verstummen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg tauchte er 1949 als Produkt des freien Wortes wieder auf. Von nun an erschien er Jahr um Jahr am Fastnachtssamstag, gern gelesen, viel beschmunzelt, gefüllt mit den Beiträgen vieler Mitarbeiter aus Hamballingen und Umgebung, die berichten, was im letzten Jahr an Hamballischem geschah oder jemandem widerfuhr.

 

Redigiert wird der Hamballe von einem aus Öhringer Bürgern bestehenden Komitee. Es war eine gute Idee dieser Redaktion, dem Hamballe ein Denkmal zu setzen.

Spenden kamen zusammen und Ideen, aus denen schließlich ein Brunnen hervorging. Er hat einen Hamballe in der Mitte, der unter einem Schirm im Regen steht und gießt.

Was hamballischer Geist ersonnen hatte und von Hermann Koziol bildhauerisch gestaltet wurde, fand 1986 seinen idealen Platz in der Öhringer Bahnhofstraße. Täglich von vielen Passanten heiteren Blickes gewürdigt, steht der Hamballe als eine weltweite Einmaligkeit am Ort seiner geistigen Geburt.