Das Limes-Tor auf dem Gartenschaugelände in Öhringen wurde zum zweiten Mal eingeweiht

Nicht nur die Schüler demonstrieren ihren Stolz über das vollendete Werk. Auch die Initiatoren feiern die farbliche Gestaltung des Limes-Tores am östlichen Stadteingang von Öhringen

Zum ersten Mal haben die Öhringer Mitte November gefeiert, als das monumentale Eichenbauwerk, das Öhringer Firmen für die Messe 2015 errichtet und anschließend der Stadt gespendet hatten, seinen endgültigen Standort am Rand des Gartenschaugeländes in der Cappelaue erhalten hatte. Nun folgte das zweite Fest am farbig gefassten Limes-Tor.
"Die Wissenschaftler haben Farbe bekannt. Mut gehört ein Stück weit dazu", kommentiert Regierungspräsident Dr. Johannes Schmalzl das vollendete Werk. Wie die Farbwahl zustande kam, bringt Professor Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes, für Denkmalpflege auf den Punkt: "Wir können nicht zeigen, wie es war. Aber wir können gut begründet zeigen, wie es gewesen sein könnte."
Experimentelle Archäologie lautet das Stichwort, unter dem Limeskoordinator Dr. Stephan Bender angetreten war, das Bauwerk farblich zu gestalten. "Es gibt keine Holzreste am Limes, die Farbreste aufweisen", berichtet Claus Wolf. Aber es gebe klare Belege, dass die Römer ihre Steinbauten und auch ihre heute als makellos weiß bekannten Skulpturen farbig gefasst hätten. "Wenn die Steinarchitektur farbig war, liegt der Schluss nahe, dass auch die Holzarchitektur bunt war."
Machtdemonstration
Den Römern sei es bei ihren Bauwerken um optische Wirkung gegangen, erläutert der Denkmalexperte. Der Limes habe eine Schauseite gehabt, die den Ankommenden die Macht des römischen Weltreiches demonstrieren sollte. Kaiserliches Rot, erdverbundenes Grün und Braun sowie die Himmelsfarben Blau und Gelb habe Bender deshalb für die Farbgestaltung ausgewählt. Die innere Seite des rekonstruierten Grenzabschnittes hingegen ist - wie auch der Großteil der Palisaden - in neutralem Weiß gehalten.
"Noch nie wurde ein Limes-Tor nachgebaut", sagt Claus Wolf. Bauwerk und Farbfassung seien zwei Alleinstellungsmerkmale: "Die Rekonstruktion des Limes-Tores wirkt weit über die Landesgartenschau hinaus. Von dem bunten Vogel können wir alle nur profitieren,", zeigt sich Claus Wolf überzeugt.
Profitiert haben von dem Projekt in jedem Fall die Schüler der Vorqualifizierung Arbeit und Beruf an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule. Darauf weist Schulleiter Uwe Stiefel hin. 672 Arbeitsstunden an acht Tagen hätten die Schüler und ihre Lehrer investiert, um das Tor und die Palisaden anzustreichen. "Die Schüler haben sich da unglaublich reingehängt und für die Landesgartenschau etwas geleistet, auf das sie stolz sein können und für das sie Anerkennung bekommen haben. Das ist heute im Schulalltag nicht mehr selbstverständlich", berichtet Uwe Stiefel.

sieh auch: Artikel in der Hohenloher Zeitung

Kurzfilm zum Öhringer Limes Tor auf YouTube: hier

 

 

Das Limes Tor wird bunt und über die Gartenschau hinaus leuchten

Schüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule bringen Farbe "ins Spiel"

Öhringen ist bunt! Das zeigt sich nicht nur durch die Landesgartenschau. Sie wird als bunt-sympathische Ausstellung ab dem 22. April hunderttausende Besucherinnen und Besucher in die Region Hohenlohe und ins prächtige Gartenschaugelände locken.

Auch das große Limes Tor erhält derzeit einen ganz besonderen Anstrich und wird zur Landesgartenschau nach antikem Vorbild farbig leuchten. Dr. Stephan Bender, Limes-Forscher und Leiter des Limesinformationszentrums Baden-Württemberg, hat die Farben ausgewählt und auch das Projekt des Limes Tores entwickelt.

Möglich machen den Anstrich derzeit Schülerinnen und Schüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen, die am Limes Tor aktuell Bürste und Pinsel anlegen und den römischen Handwerkern nacheifern. Hergestellt hatte den Kontakt Doris Köhler, stv. Vorsitzende des Vereins Jugend und Arbeit und treibende Kraft am Messestand Bau, der die Umsetzung des Tor-Projekts mit einem Firmenteam erst ermöglichte.

Die Schüler befinden sich derzeit im Vorqualifizierungsjahr Arbeit / Beruf, in dem sie in Theorie und praktischen Projekten für den Arbeitsalltag fit gemacht werden. Auch Schüler mit Migrationshintergrund und mit laufendem Asylverfahren sind Teil der Vollzeitklasse und des engagierten Teams.
Unter Anleitung ihrer Lehrerin Renate Fink, Schulleiter Uwe Stiefel und des Honold Stukkateur- und Malerteams, Mainhardt wurden zunächst die massiven Eichenhölzer gebürstet und gesäubert. Sehr zügig kamen auch bereits erste Pinsel und Farben zum Einsatz, um das große Limes Tor mit einem ersten Grundanstrich zu versehen.

„Die Arbeit läuft sehr gut und wir haben ein ganz tolles und motiviertes Team hier auf dieser weltweit einmaligen Baustelle“, freut sich Lehrerin Renate Fink. „Dass wir heute bereits mit dem Reinigen fertig werden und zum Pinsel greifen können, hätte ich nicht gedacht – die Schüler arbeiten richtig gut“, lobt auch Schulleiter Uwe Stiefel seine Schüler.

Zehn Arbeitstage sind eingeplant, die aufgrund der schnellen Teams mit je 13 Schülern vermutlich gar nicht ausgeschöpft werden. Nach dem ersten Anstrich der Farben Weiss, Braun, Rot, Grün, Blau und Gelb wird das Limes Tor trocknen und danach mit einem zweiten Anstrich versehen.

Ende März wird die Einhausung rund um das Tor samt Arbeitsgerüst wieder entfernt. Dann wird das weltweit einmalige Limes Tor in antiker Farbgebung im Gartenschaugelände leuchten und für das UNESCO Welterbe weit über die Region hinaus werben.

(Februar 2016)

Das Limes Tor schwebt ins Gartenschaugelände

Einmaliges Bauwerk direkt am UNESCO-Welterbe aufgebaut

Was bei der 6. messeÖHRINGEN im Mai 2015 auf den Weg gebracht wurde, hatte im Oktober 2015 einen weiteren Meilenstein erreicht: Das große historische Limes Tor war im Gelände der Landesgartenschau angekommen.

Ein Team aus elf Baufirmen und Büros aus Öhringen und Umgebung hatte das Tor samt Palisaden nach historischem Vorbild zur messeÖHRINGEN aus Hohenloher Eichenholz angefertigt und erstmals präsentiert. Das Firmenteam wurde fachlich und wissenschaftlich unterstützt von Dr. Stephan Bender, der auf Landesebene für den römischen Limes verantwortlich ist und das Limesinformationszentrum in Aalen leitet.

Mit einem Autokran wurde das Tor im Oktober in die Cappelaue und ins Gelände der Landesgartenschau gehoben. Bis Ende November wurden nach historischen Vorlagen vier große Torflügel ergänzt. Auch die Verankerung und die Beschläge entsprechen weitgehend römischer Handwerkstechnik. „Dies war für alle Beteiligten eine große aber lohnende Herausforderung“, lobte Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler.

Auch soll das bislang einmalige Bauwerk im Sinne einer experimentellen Archäologie bis März 2016 farblich gestaltet werden. „Erste Farbversuche mit Kalkfarbe laufen bereits und wir sind selbst gespannt, in welchen Farbtönen das Limes Tor zur Gartenschau leuchten wird“, berichtet Architekt Ulrich Schimmel, der das Bauwerk geplant hatte.

Aufgrund seines wissenschaftlichen Anspruchs und seiner Einmaligkeit wird das Projekt fachlich und auch finanziell durch das Landesamt für Denkmalpflege unterstützt.

Direkt an der Landesstraße zwischen Öhringen nach Cappel wird es auch weit über die Zeit der Landesgartenschau hinaus für das Welterbe der UNESCO in unserer Region werben.

(Oktober 2015)

Idee des Limes Tores wird zur 6. messeÖHRINGEN umgesetzt


Zur 6. messeÖHRINGEN hatte der Gemeinschaftsstand Bau mit elf Standpartnern aus Öhringen und der Region auf dem Freigelände ein Jahr vor der Landesgartenschau eine passende Überraschung vorbereitet:

Ein historischer Durchgang am Welterbe Limes wurde fachgerecht und im Originalmaßstab mit großen, 350 Jahre alten Eichenbalken errichtet. Mit einer Breite von knapp neun Metern und einer Durchgangshöhe von fast 5 Metern wird das Limes Tor weit über die Landesgartenschau 2016 hinaus ein monumentales Alleinstellungsmerkmal am Welterbe Limes werden.

Das Ergebnis des Projektes, das in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt auf die Beine gestellt wurde, bleibt der Region erhalten. Das „Limes-Tor“ wird nach der Messe ins Gartenschaugelände direkt ans UNESCO-Welterbe Limes wandern und für die nächsten Jahre im neuen Landschaftspark der Cappelaue aufgebaut bleiben.

Die Idee samt wissenschaftlichem Hintergrund zur Errichtung des Tores stammt von Limesforscher Dr. Stephan Bender. Er ist zugleich Leiter des Limesinformationszentrums Baden-Württemberg in Aalen. Seine Forschungserkenntnisse und Annahmen wurden durch das Tor verwirklicht.

Das Projekt stellt einen sehr guten und anschaulichen Ansatz experimenteller Archäologie dar und bereichert die Limesforschung im Land Baden-Württemberg um einen ganz besonderen Beitrag.

Dank des großen fachlichen und finanziellen Engagements der elf Baufirmen konnte das weltweit einmalige Projekt am Hohenloher Limesabschnitt verwirklicht werden.

(Mai 2015)