Der Limes in Öhringen und Hohenlohe

Modell im Römerkeller des Weygang-Museums
Rekonstruierter Wachturmsockel Öhringen-Nord
Römische Funde im Weygang-Museum
Minerva-Statue, gefunden beim Eisenbahnbau
Die Öhringer Limesplattform "Limes Blick"
Bitte achten Sie bei der Anfahrt auf diese Beschilderung. Der Öhringer Limes Blick ist jeweils ab der Ortseingänge des Öhringer Teilorts Cappel ausgeschildert.
Auch auf Nebenstrecken gelangt man zum Limes Blick. Vom Limes-Wanderweg weist diese Beschilderung zur Aussichtsplattform.
Limes Blick in Pfedelbach-Gleichen
Limescontainer im Garten des Weygang-Museums
Limes-Wanderweg

 

Vicus Aurelianus - Öhringen zur Römerzeit

Öhringen gehörte in der Zeit von etwa 150 bis um 260 n. Chr. mit zwei Kastellen und einer großen Zivilsiedlung zu den wichtigsten Truppenstandorten am äußeren Limes.

Hier verlief am heutigen östlichen Rand der Kernstadt der Obergermanische Limes über eine Entfernung von rund 80 Kilometern schnurgerade.
Im Waldstück zwischen Westernbach und Pfahlbach, im Norden Öhringens, ist heute noch eines der best erhaltenen Stücke des Limes zu finden. Wall und Graben sind auf eine Länge von 280m deutlich zu erkennen!

In geringer Entfernung hinter dem Limes befanden sich die Kastelle, fest angelegte Lager, die den Grenzkohorten als Unterkunft dienten. Am römischen Grenzstützpunkt Öhringen waren zwei Kohortenkastelle mit jeweils 500 Mann Besatzung angelegt worden.
Von diesen beiden Öhringer Kastellen, dem Westkastell- und dem Ostkastell, ist heute oberirdisch leider nichts mehr zu sehen. Zwischen dem West- oder Bürgkastell im Nordwesten der heutigen Stadt (ungefähr auf dem Gelände des heutigen Krankenhauses) und dem Ost- oder Rendelkastell im Südosten beim Freibad erstreckten sich Lagerdörfer und eine zivile Siedlung, die durch zahlreiche Gebäudereste, Streufunde und einen Friedhof belegt ist.

Eine auf das Jahr 232 n. Chr. datierbare Minerva-Statue trägt auf ihrem Sockel eine Inschrift, aus der hervorgeht, dass diese Statue den vicanis Aurelianensibus gewidmet ist, den Bewohnern des vicus Aurelianus. Daraus lässt sich der Name des römischen Ortes herleiten: vicus Aurelianus. Das Dorf (vicus) wurde nach dem römischen Kaiser Marcus Aurelius (161-180) benannt. Es war vermutlich der Vorort eines bis an den Neckar reichenden ländlichen Verwaltungsbezirks, der civitas Aureliana.

Im Weygang-Museum ist der Gewölbekeller den römischen Funden aus Öhringen gewidmet. Weihesteine, Skulpturen aus der römischen Götterwelt oder Tafelgeschirr sind dort als Nachbildung aber auch im Original zu sehen.
Zusätzlich wurde im Garten des Museums ein ehemaliger Baucontainer zu einem Limes-Container umgestaltet. Herzstück des informativen Raumes ist ein gut 3 Meter langes, beleuchtetes Limes-Landschaftsmodell aus Acrylglas.


 

Den Limes im Blick - die Aussichtsplattformen "Limes Blicke"

Um den schnurgeraden Verlauf des UNESCO-Welterbes Limes in der Region Hohenlohe erlebbar zu machen, haben die Kommunen Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach das gemeinsame und am Limes einmalige Projekt "Limes Blicke" ins Leben gerufen.

In allen drei Gemeinden entstand eine Limesplattform, die im Zusammenspiel eine Blickbeziehung vom Pfahldöbel bei Zweiflingen quer über das Öhringer Becken bis zu einer Hangkante im Wald bei Pfedelbach-Gleichen möglich macht.

Zusammen mit einer Markierung des Limes im Gelände, z.B. durch Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und anderen Landmarken (geplant), können dann von den Plattformen aus fast 11,5 km des Obergermanisch-Rätischen Limes mit bloßem Auge erfasst werden.

Die Gemeinderäte der Projektpartner Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach haben dem Projekt zugestimmt und im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung dem Entwurf des Architekturbüros Knorr + Thiele den Zuschlag erteilt. Die Fertigstellung des Projekts erfolgte im Jahr 2014 und wurde mit Fördergeldern der EU im Rahmen der Förderkulisses Limesregion LEADER unterstützt.

Die feierliche Einweihung an den Standorten Zweiflingen (beim Pfahldöbel) und Pfedelbach-Gleichen fand am 4. Mai 2014 mit einem bunten Programm vieler Akteure rund um den Limes statt.
Die Einweihung des Öhringer Limes Blicks südlich des Cappler Wohngebiets "Hornberg" folgte am 17. Juli 2014 unter Beisein  zahlreicher Interessierter, Anwohner und Bürger.

Anfahrt

Mehr Infos zu den Limes Blicken, insbesondere auch wichtige Hinweise zur Anfahrt, finden Sie auf der Homepage http://www.limes-in-hohenlohe.de/.



Infos zum Projektverlauf und Bau der Limes Blicke sind hier eingestellt.

Auch ein Reiseblog zu den Plattformen ist hier abrufbar (externe Seite).

 

 

Via Aureliana - Ein Rundweg in Öhringen zu römischen Fundstellen und Dokumentationen

Der im Jahre 2003 vom Schwäbischen Albverein e. V. ausgearbeitete Rundweg "VIA AURELIANA" (lat. „via“ = Weg) informiert über römische Fundstellen und Dokumentationen in Öhringen. Das Faltblatt ist bei der Tourist-Information im Rathaus/ Schloss Öhringen erhältlich. Tel. 07941 / 68 - 118.

Wer dem offiziellen Limes-Wanderweg (HW6) von Miltenberg bis Wilburgstetten folgt, durchquert auch Öhringen. Eine Besonderheit bietet sich dem Wanderer auf dem Teilstück zwischen Öhringen und Grab bei Großerlach: Farbig gestaltete Informationstafeln weisen als Limes-Lehrpfad auf die wichtigsten Fundstellen hin und erklären wissenswerte Hintergründe unserer römischen Vergangenheit.

Der Limes in Hohenlohe

Auf den Internetseiten www.limes-in-hohenlohe.de finden Sie vielfältige Informationen rund um den Limes in unserer Region in den Städten und Gemeinden Schöntal, Widdern, Jagsthausen, Forchtenberg, Zweiflingen, Öhringen, Pfedelbach und Mainhardt.
 
Dieser Internet-Auftritt wurde von der Arbeitsgruppe LIMES (Vertreter der Limes-Gemeinden und interessierte Bürger) ins Leben.

Führungstipps finden Sie ebenfalls auf der Seite www.limes-in-hohenlohe.de unter der Rubrik Veranstaltungen.

 

Links zum Thema:

http://www.limes-in-hohenlohe.de/

www.unesco.de

www.weygang-museum.de

www.limesprojekt.de

www.museen-aalen.de

www.limesstrasse.de (Website der Deutschen Limesstraße)

www.deutsche-limeskommission.de (Offizielle Informationen zum Weltkulturerbe Limes)

www.landesmuseum-stuttgart.de

www.schloss-neuenstein.de

www.die-roemer-online.de

http://www.tg-odenwald.de/limes

www.limes-cicerone.de

www.mainhardt.de

www.grosserlach.de

Quellen: „Öhringen Stadt und Stift“, „Der Hohenlohekreis“, Thorbecke Verlag 2006, „Wege am Limes“, Andreas Thiel, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2005