Australische Nationalelf zu Gast in Öhringen und Friedrichsruhe

Logo des FIFA WM-Quartiers 2006
Rollrasen im Otto-Meister-Stadion
Vorbereitungsspiel für eine Australische TV-Station
Ankunft der Socceroos in Friedrichsruhe
Die Socceroos 2006
Logo der FIFA WM 2006 (c)
WM-Baum vor der Kultura
Bekenner-Shirt für die Home Base
OB Jochen K. Kübler MdL beim Interview
Training der Socceroos
Training der Socceroos
Zuschauer beim freien Training
Im Team der Socceroos
Trainer Guus Hiddink im Interview
Teil des Öhringer WM-Logos
Spielfeld der Nationen im Hofgarten
Fan Day in Öhringen
Fan Day in Öhringen
Fan Day in Öhringen
Besuch des Australischen Außenministers
Stele im Spielfeld der Nationen

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 (9. Juni - 9. Juli) ging durch Deutschland eine Woge der Sportbegeisterung, die nicht nur Fußballfans in ihren Bann zog.

Die WM 2006 ging als friedliches und stimmungsvolles "Sommermärchen" in die Sportgeschichte ein.

In Hohenlohe und speziell in Öhringen und Friedrichsruhe konnte diese Stimmung hautnah miterlebt werden.

Die Australische Nationalmannschaft "Socceroos" hatte im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe Quartier bezogen und nutzte das Otto-Meister-Stadion in Öhringen als Trainingsgelände.

Dort bereitete sich die Nationalelf aus 'Down Under' mit ihrem damaligen Trainer Guus Hiddink auf die Gruppenspiele vor.

Großer Erfolg für die Socceroos
Mit einem Sieg gegen Japan (3:1 in Kaiserslautern), ein Unentschieden gegen Kroatien (1:1 in Stuttgart) und eine Niederlage gegen Brasilien (0:2 in München) konnten sich die Socceroos für das Achtelfinale qualifizieren.

Sie unterlagen am 26. Juni 2006 in Kaiserslautern gegen den späteren Weltmeister Italien denkbar unglücklich. Ein sehr umstrittener Elfmeter in der Nachspielzeit brachte den Socceroos das unverdiente Ausscheiden aus dem Turnier.

Organisation war große Herausforderung
Für die Organisatoren in Öhringen und Friedrichsruhe stellte die Rolle als FIFA WM-Quartier eine große Herausforderung dar. Da sich Australien als letztes Team qualifizierte, musste der von der FIFA und dem Australischen Verband (FFA) geforderte Rahmen in sehr kurzer Zeit auf die Beine gestellt werden.

Vielfältige Vorbereitungen waren im Hotel zu treffen, die von der Umgestaltung der Zimmer, der Einrichtung von Trainingsräumen bis hin zur Umsetzung des Speiseplanes reichten.

In Öhringen wurde im Otto-Meister-Stadion die Rasensanierung kurzfristig vorgezogen und in Rekordzeit sowie trotz widriger Witterungsverhältnisse ein Bundesliga-tauglicher Rollrasen verlegt.

Unmittelbar am Stadion wurde ein Pressezentrum eingerichtet, das den Medienvertretern professionelle Arbeitsplätze bot und in dem zudem die Pressekonferenzen der FFA ausgetragen wurden.

Zugleich war eine sog. "Mixed-Zone" erforderlich, in der die Medienvertreter ausgewählte Spieler interviewen konnten. Diese Zone wurde in der Hohenlohe-Sporthalle installiert.

Zahlreiche Medienvertreter berichteten über Print, Radio, Internet oder TV über das große Ereignis und den Stand der Trainingsvorbereitungen. Fernsehsender aus Australien sendeten täglich Frühstücksfernsehen live aus Öhringen und fassten das Neueste vom Trainingsquartier zusammen.

Bei allen Vorbereitungen am FIFA WM-Quartier waren stets die Vorgaben des Fußball-Weltverbandes FIFA einzuhalten und Punkte wie Rasenschnitthöhe, Sichtschutz am Stadion, Zugang zum Pressezentrum, Einhaltung der Marketing-Vorgaben, etc. zu beachten. Diese wurden durch FIFA-Vertreter vor Ort laufend kontrolliert und Korrekturen bei Bedarf eingefordert.

Die Welt zu Gast in Öhringen und Friedrichsruhe
Neben der Betreuung der Socceroos und der Medien richteten sich die Vorbereitungen auch auf die Fans, die ihr Team einmal live und vor Ort hautnah erleben wollten.

In Öhringen wurde hierzu neben vielen weiteren Aktionen am 19. Juni ein Fan-Tag"G-DAY" organisiert. An diesem Tag konnten Fans eines von zwei freien Trainings der Socceroos besuchen und danach auf dem Marktplatz eine große Fußballparty genießen.

Allein mit zwei Sonderzügen kamen an diesem Tag am Öhringer Hauptbahnhof 1.600 meist Australische Fans an. 27 Busse brachten weitere 900 Fans nach Öhringen, die ihre Spieler aus nächster Nähe erleben und anfeuern wollten.

Für Stimmung auf dem Marktplatz sorgte die Bayerische Frauenband 'Die Bayrische 7'.

In Ohrnberg hatte der TSV am Sportplatz ein Fan-Camp mit Public-Viewing eingerichtet. Das Camp am Kocher entwickelte sich aufgrund der schönen und familiären Atmosphäre sowie der professionellen Organisation auch unter den Australischen Fans zum Besuchermagneten.

Auch in der Kernstadt Öhringen lockte ein Festzelt mit Public-Viewing Tausende Fans zu den Spielen.

Für die Socceroos hatte der Öhringer Musiker und Komponist Günther Kasseckert eigens zwei Stücke komponiert, die im Bereich "Öhringen multimedial" präsentiert werden.

Drei Studenten schauten während der WM 2006 "hinter die Kulissen"  des Öhringer und Friedrichsruher WM-Quartiers und stellten als Abschlussarbeit einen Film "SoccerRevolution" zusammen, der als DVD vom Stadtmanagement herausgegeben wurde. Dieser Film ist für 5,- Euro im Rathaus Öhringen erhältlich.

Viele weitere große und kleine Bausteine trugen zum Gelingen des Großevents "Die Socceroos in Hohenlohe" bei und machten Öhringen in dieser Zeit zum Fanmagneten aus nah und fern.

Der Handels- und Gewerbeverein beispielsweise ließ zusammen mit der Stadtverwaltung individuell gestaltete Fanartikel anfertigen, die vom Feuerzeug über Aufkleber, Lanyards und Schildmützen bis hin zu T-Shirts reichten und großen Anklang fanden.

Die Gärtner des Baubetriebshofes legten nahe der Kultura einen Australischen Garten an, der heute noch bewundert werden kann. Ebenso wurde am Kultura-Eingang dauerhaft ein Schilderbaum mit allen WM-Nationen errichtet.

André Krüger - Fachmann und Kenner des Australischen Fußballs
Als Glücksfall erwies sich für die Organisatoren des Großevents die Unterstützung von André Krüger aus Hannover. Der als "Crazy-German" in Australien bekannte Kenner des Australischen Fußballs begleitete die Entwicklung auf dem fünften Kontinent bereits seit Jahrzehnten.

Seine Erfahrungen rund um Land, Leute und Fans der Socceroos flossen direkt in die Vorbereitungen mit ein.

So stellte er Kontakte zu Fangruppen, Medienvertretern und Fußballpersönlichkeiten her, nahm an PR-Terminen im Vorfeld des Turniers teil, rührte in Australien die Werbetrommel und trug mit einer einmaligen Ausstellung "Socceroos in Hohenlohe" unmittelbar zum Gelingen des 'Öhringer Sommermärchens' bei.

Rasche Abreise der Socceroos
Die Enttäuschung über das knappe und weitgehend als ungerecht empfundene Ausscheiden der Socceroos war groß. Das Team löste sich daher rasch auf und zahlreiche Spieler verließen das mittlerweile vertraute Quartier bereits am nächsten Tag.

Auch die Vertreter des Verbandes machten sich sehr zügig auf den Heimweg und traten ihren damit verbundenen und verdienten Urlaub an.

Nur denkbar knapp waren die Socceroos am späteren Weltmeister Italien gescheitert und wer weiß was passiert wäre, wenn der Elfmeterpfiff ausgeblieben und das Spiel in die Verlängerung gegangen wäre...?!

Dennoch waren die WM-Wochen für Öhringen und Friedrichsruhe eine denkwürdige Zeit, die in dieser Form sicherlich einmalig und beispiellos war.

Der Dank gilt allen, die direkt oder indirekt zum Gelingen des Projekts beigetragen und am großen Erfolg der WM 2006 in Öhringen und Friedrichsruhe mitgearbeitet haben.

Für ein paar Wochen war das FIFA-WM Quartier der Socceroos ein kleines aber feines "Zahnrad" im weltweit beachteten "WM-Getriebe" und konnte auf diese Weise ein kleines Kapitel des unvergleichlichen Fußball-Sommermärchens schreiben.

'Schön wars und diese Zeit wird noch lange nachwirken!'