Limesmuseum und Tourist-Info im Schloss geplant :: Hohenloher Vinothek könnte Konzept ergänzen

Vinothek Iphofen 8 2011
Vinothek Iphofen 8 2011
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Nach dem Auszug der Fürstlichen Weinkellerei aus den Verkaufsräumen und den Kellerräumen im Öhringer Schloss laufen die Planungen für eine neue Nutzung auf Hochtouren.

Vorgesehen und fest eingeplant ist im Erdgeschoss des Schlosses die Einrichtung eines Limesmuseums. Dieses soll sich über die Fläche der ehemaligen Verkaufsräume der Kellerei erstrecken und das Welterbe der Region direkt im Herzen der Stadt auf moderne Art präsentieren.

Zwei Förderanträge zur Unterstützung des Projekts wurden im Rahmen der Welterbeförderung bereits auf Bundesebene gestellt – leider bislang ohne Erfolg. Alternativ wird nun eine Förderung über die Stadtsanierung angestrebt und die Chancen hierfür stehen sehr gut.

Im neuen Limesmuseum sollen zentrale Themenschwerpunkte der regionalen Grenzlinie durch ein didaktisches Konzept modern und attraktiv aufbereitet werden: Der „schnurgerade Verlauf“ des Limes als vermessungstechnische Meisterleistung römischer Ingenieure sollte ebenso dazu gehören wie das weit gefasste Thema „Wasser“.

Die „virtuellen Limeswelten“, ein von der EU gefördertes innovative Projekt, könnten den Limes im Museum als 3D-Programmierung an Großbildschirmen präsentieren. Sie werden durch ein Landschaftsmodell und weitere Elemente ergänzt, die den Limes in unserer Region sehr anschaulich und begreifbar wiedergeben.

Das Öhringer Museumskonzept wird über das Archäologische Landesamt sehr eng mit den beiden Landesmuseen in Osterburken und Aalen sowie mit dem Museums-Standort Welzheim abgestimmt.

Tourist-Information

Ebenso soll direkt am Marktplatz eine Tourist-Information im Museum integriert werden, die an sechs bis sieben Tagen pro Woche für Gäste und Besucher geöffnet sein könnte.

Hohenloher Vinothek

Neben Limesmuseum und Tourist-Info könnte als dritte Säule des Gesamtkonzepts im Bereich der Schloss-Stube und des kleinen Schlosshofs eine Hohenloher Vinothek eingerichtet werden.

Sie würde ein gastronomisches Angebot in Form eines Museums-Bistros oder Museums-Cafes bieten und könnte Hohenloher Weine in sehr hochwertiger Umgebung und Lage nahezu ideal vorstellen. Eine Vinothek würde zugleich eine Angebotslücke schließen, denn derzeit werden Weine aus Hohenlohe noch nicht im Verbund fachlich präsentiert und angeboten.

Mit der Vinothek ließen sich die Themen „Hohenloher Wein“ und „Römer in Hohenlohe“ sehr gut verbinden. Auch die Keller-Räume könnten für Veranstaltungen, Weinproben, Prämierungen, Verkostungen und viele weitere temporäre Aktionen rund um die Themen Limes und Hohenloher Wein von der Vinothek und vom Museum genutzt werden.

Info-Fahrt nach Iphofen

Oberbürgermeister Thilo Michler hatte für die ersten Vorplanungen der Hohenloher Vinothek zu einer Info-Fahrt ins Fränkische nach Iphofen, 30 km südöstlich von Würzburg, eingeladen.
 
Vertreterinnen und Vertreter des Hohenloher Weinbaus, Vertreter der Fraktionen im Gemeinderat und Mitarbeiter der Verwaltung informierten sich in der Vinothek Iphofen über den Aufbau und die Eckpunkte des dortigen Betreiberkonzepts.

Die Informationen der Pächterin Heidrun Kauffmann und der Leiterin der Tourist-Info Claudia Bellanti beeindruckten die Hohenloher Besucher und eine Vinothek könnte in angepasster Form durchaus auch in Öhringen funktionieren.

Die Vinothek Iphofen vertritt 21 Weingüter der Region Franken und stellt als professionelle und gemeinsam getragene Einrichtung den wichtigen Erst-Kontakt zu Gästen und Besuchern her. In sehr schönem Ambiente ist ein Probieren von Fränkischen Weinen dort unter fachlicher Beratung an zentraler Stelle ganz unverbindlich möglich. Für größere Bestellungen stellt die Vinothek dann den direkten Kontakt zu den Weingütern her.

Ein kleiner Bauernladen bietet Spezialitäten aus der Region zum Mitnehmen. Ebenso finden im schönen Ambiente der Vinothek Firmen- und Familienveranstaltungen statt, die zusätzlich zur Belebung und Auslastung der Einrichtung beitragen.

In ähnlicher Form könnte auch eine Hohenloher Vinothek im Öhringer Schloss ausgerichtet sein. In Kombination mit der Tourist-Info und dem Limesmuseum würden neben den Weininteressierten sicherlich auch zahlreiche Städte- und Tagestouristen das Angebot nutzen und den Hohenloher Wein in bester Lage im Herzen von Öhringen kennenlernen.

Im Jahre 2016 würden Limesmuseum und Hohenloher Vinothek dann voll und ganz im Fokus stehen – und zwar im Fokus der Landesgartenschau Baden-Württemberg. Direkt am Öhringer Schloss wird sich dann einer der zentralen Eingänge zum Gartenschaugelände befinden, was die Nachfrage nach Hohenloher Tropfen in der Vinothek sicherlich nochmals erhöhen und beleben könnte.

Die Perspektiven für eine neue Nutzung der „Kellereiflächen“ im Schloss sind demnach sehr gut. Das von den Öhringer Stadträten beschlossene Limesmuseum und die Tourist-Info nehmen nun bereits konkrete Züge an. Und auch die aktuellen Überlegungen für eine Vinothek könnten in Anlehnung an das Konzept in Iphofen Wirklichkeit werden.

Ob die Vision „Hohenloher Vinothek“ umgesetzt werden kann, ist jedoch noch abhängig von der Projektfinanzierung, vom Urteil samt politischen Beschluss des Öhringer Gemeinderats und von der aktiven Mitwirkungsbereitschaft der regionalen Weinerzeuger.

Hohenloher Zeitung

Zur Fahrt nach Iphofen erschien am 30. August 2011 ein Beitrag in der Hohenloher Zeitung (Ralf Reichert).

Ansprechpartner für das Gesamtprojekt:

Albert Küchel, Leiter Amt für Bauordnung und Wirtschaftsförderung

Ingrid Breuninger, Leiterin Stabsstelle

Michael Walter, Stadtmanagement

 

(30. August 2011)