Beitrag in der Hohenloher Zeitung zum Probestau im HRB vom 14. Dezember 2010

Stauwärter Karlheinz Roth und Tiefbauamtsleiter Horst Geiger (re) - Foto: Peter Hohl

Beitrag der Hohenloher Zeitung vom 14. Dezember 2010:

von: Linda Hener

Öhringen - Der Test ist zu Ende, die Sperrung aufgehoben. Und wie lautet das Fazit nach der Staudammprobe der vergangenen Woche? "Wir wissen jetzt sicher: Der Damm ist dicht". Tiefbauamtsleiter Horst Geiger zeigt sich zufrieden.

Das Lösch-Lehm-Material halte und auch letzte Messungen hätten ergeben, dass kein Wasser durchgesickert sei. Er habe aber auch gar nichts anderes erwartet, sagt Geiger.

Stauzeit

Vergangenen Dienstagmorgen waren die Klappen des vor dreieinhalb Jahren gebauten Stausees nahe Cappel für den Probestau geschlossen worden. Das Rückhaltebecken füllte sich bis Mitternacht mit 190 000 Kubikmetern Wasser. 320 000 Kubikmeter wären möglich gewesen.

"Fast eine Woche Staudauer ist für den Fall eines realen Hochwassers sehr lange und eher untypisch", erklärt Geiger. Von daher sei der Damm, der für ein 50-jährliches Hochwasser ausgelegt sei, "für die Ewigkeit gebaut".

Während der Stauung war die Straße ins Steinbacher Tal wegen des von Menschenhand gemachten Hochwassers gesperrt worden, Autofahrer mussten Umwege in Kauf nehmen. Es habe Beschwerden gegeben, einige reagierten mit Unverständnis, berichtet Horst Geiger.

Trotz des Durchfahrtverbots riskierten einige Autofahrer den Weg mitten durch Wasser und Schlamm. Geiger weiß von fünf, die stecken blieben und deren Auto nun kaputt ist. "Die Leute wussten im Nachhinein nicht, warum sie das gemacht haben", sagt er kopfschüttelnd.

Öffnung

Gestern ab 14 Uhr wurden die Schleusen wieder geöffnet. Alle fünf Minuten um fünf Prozent mehr. Horst Geiger, Stauwärter Karlheinz Roth und ihr Team notieren die Messdaten, machen Fotos der Pegelstände: "Wir wollen kein Hochwasser provozieren. Öhringen muss trocken bleiben."

Dazu dürfe man bis zu einer Durchlassmenge von 35 Kubikmetern Wasser pro Sekunde erhöhen. Tatsächlich seien es aber nur 20 Kubikmeter. Das allein reicht aus, um zu sehen, was für eine Kraft Wassermassen entwickeln können.

Im Tosbecken wird das herausströmende Wasser deshalb nochmals durch Widerstände beruhigt. Dann plätschert es Richtung Cappel.


Information:

Interner Link zur Bildergalerie samt Impressionen des Probestaus